ÖGB: Zitate von Professor Krejci zur schwarz-blauen Regierung

Der Stil der Regierung: Speed kills und keine Politik für die Menschen

Wien (ÖGB). Der Stil der derzeitigen Bundesregierung ist nicht nur durch eine "Drüberfahren-Mentalität" und durch "Speed kills", dem sich die schwarz-blaue Regierungsmehrheit verschrieben hat, gekennzeichnet, sondern auch dadurch, dass man das Gefühl hat, dass die FPÖVP-Regierung nicht für, sondern gegen die Menschen in unserem Lande arbeitet. In diesem Zusammenhang, so der ÖGB weiter, ist auch auch die Meinung des ehemaligen Generalsekretärs der Industriellenvereinigung und jetzigen Präsidenten der Gesellschaft für Europapolitik, Professor Herbert Krejci, interessant, der in einem Profil-Interview mit "Schwarz-Blau" abrechnet.++++

Die interessantesten Passagen aus diesem Profil-Interview:

"Mir gibt es zu denken, wenn Bernhard Görg in der Endphase eines Wahlkampfes einen Menschen mit dem Wort Prolet abqualifiziert."

"Wir erleben heute, wie Dinge an die Oberfläche gespült werden, von denen wir geglaubt haben, dass sie längst überwunden sind..." ..."Das ist eine erschreckende Veränderung im Stil der so genannten Führungsschichten. Und ich sage das nicht nostalgisch zurückblickend auf die sozialpartnerschaftliche und großkoalitionäre Vergangenheit. Ich sage so genannte Führungsschichten, weil das keine Leistungseliten, sondern selbst ernannte Eliten sind."

..."Was wir erleben ist eine unösterreichische Dimension des Regierens. Den Ausdruck des 'Drüberfahren', dieses Nicht-reden-wollen, Nichr-reden-können - all das entspricht nicht dem österreichischen Stil."

..."Aber wenn das Wort 'Speed kills' verwendet wird, eines der dümmsten Worte, zeigt das ja, in welchem Geist heute regiert wird."

..."Nulldefizit ist kein Staatsziel."

"Bei den Reformen hat mich das immer an Helmut Qualtinger erinnert:
Ich weiß nicht, wo ich hin will, aber ich bin schneller dort. Da wird ungeheurer Pfusch gemacht. Das Wort vom neuen Regieren ist einer der größten Schmähs, der mir je untergekommen ist. Es wird genau so altmodisch regiert, auch was die Personalpolitik betrifft. Es gibt halt jetzt einen neuen Proporz, einen schwarz-blauen..."

"Da ist eine maßlose Arroganz verhanden, die davon ausgeht, dass ganz Österreich aus mehr oder weniger erfolgreichen Jungmanagern der New Economy besteht. Das ist nicht wahr. Es gibt auch Menschen, die mit sozialen und wirtschaftlichen Problemen kämpfen. Gott bewahre uns vor einem Fortschreiten des so genannten Neoliberalismus." (ew)

ÖGB, 2. April 2001
Nr. 266

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