Grinschgl: Privatradios bringen seit 3 Jahren Bewegung in die Medienpolitik

Vorsitzender der Berufsgruppe Privatradio in der WKÖ sieht Rundfunkmarkt auf dem richtigen Weg - KommAustria und Privatradio-G in Kraft, Rundfunk-G und Privatfernsehen im Kommen - Neuvergabe der Privatradiolizenzen als erster Test für Medienregulierung

Wien (PWK252) - "Genau drei Jahre nachdem Privatradio in
Österreich flächendeckend on-air gehen konnte, treten dieser Tage wichtige Gesetzesänderungen in Kraft, die dem Rundfunk in Österreich neue Perspektiven eröffnen. Der medienpolitische Stillstand der vergangenen Jahre scheint zumindest am Rundfunkmarkt mit der Einrichtung eines konvergenten Regulators KommAustria und der branchenfreundlichen Novellierung des Privatradio-Gesetzes überwunden. Damit dürfte der anstehenden Neuvergabe der meisten Lizenzen für die heimischen Privatradios nichts mehr im Wege stehen", stellte der Vorsitzende der Berufsgruppe Privatradio im WKÖ-Fachverband der Telekommunikations- und Rundfunkunternehmungen, Alfred Grinschgl, fest.

Mit vergangenem Sonntag, dem 1. April 2001, sind nämlich sowohl das neue Privatradio-G als auch das KommAustria-G in Kraft getreten. Der Regulator Telekom Control wurde operativ in die neue RTR-Rundfunk und Telekomregulierungsges.m.b.H. überführt und angesichts der zunehmenden Konvergenz im Medienbereich kompetenzmäßig aufgerüstet worden. Weiters stehen die Novellierung des Rundfunk-Gesetzes und ein neues Privatfernseh-Gesetz vor der Türe: nach der Begutachtungsphase im April soll der Ministerrat am 8. Mai die betreffende Regierungsvorlage beschließen. Ein Unterausschuss des Verfassungsausschusses soll dann umgehend Hearings dazu abhalten, damit Ende Juni oder Anfang Juli im Nationalrat und Mitte Juli im Bundesrat der Beschluss folgen kann. Mit 1. August 2001 könnten die beiden Gesetze dann in Kraft treten.

"Weiters ist es außerordentlich erfreulich, dass der österreichische Rundfunkmarkt trotz schwieriger Rahmenbedingungen im Jahr 2000 in Summe gewachsen ist. Die Akzeptanz für die Privatradios nimmt also beständig zu, ohne dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk dabei zu Schaden kommt - ganz im Gegenteil: Konkurrenz belebt das Geschäft.", bemerkte der Berufsgruppenvorsitzende.

Die Media-Analyse 2000 hat nämlich sowohl für Privatradios wie auch den ORF Zuwächse gebracht: die Anzahl der Radiohörer in Österreich hat im Jahr 2000 im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozentpunkte zugenommen. Sie liegt jetzt laut der vergangene Woche veröffentlichten Media-Analyse 2000 ( http://www.media-analyse.at) bei 85,1 Prozent der Gesamtbevölkerung, d.h. 85,1% aller Österreicher über 14 Jahren hören täglich Radio. Sowohl die ORF-Sender als auch die Privaten weisen demnach mehr Hörer als im Jahr davor auf. Der Anteil der ORF-Sender am heimischen Gesamtmarkt stieg von 73,5 Prozent auf 76,2 Prozent jener der Privatsender von 20,7 auf 22,8 Prozent. In der Bundeshauptstadt etwa nahm der Radiokonsum im Jahr 2000 im Vergleich zu 1999 um 2,7 Prozentpunkte zu. Die Anzahl der Privatradiohörer stieg dort von 24,9 auf beachtliche 28 Prozent.

Im Bereich der Werbezeitenvermarktung führte 2000 weiterhin der öffentlich-rechtliche Werbeverbund Ö3 Plus das Erlös-Ranking an, aber die private RMS-Radio Marketing Service positionierte sich mit einem Zuwachs von über 40% ein mal mehr als ernstzunehmende Alternative.

"Die Privatradios sind seit drei Jahren der Motor für medienpolitische Entwicklungen in Österreich. Das ist einerseits sehr erfreulich, machte uns aber andererseits in der Vergangenheit oft zum Versuchslabor für Medienpolitik in Österreich. Zuletzt stellte etwa der Verfassungsgerichtshof fest, dass die lizenzvergebende Regionalradiobehörde nicht den verfassungsmäßigen Mindeststandards entspricht, und gefährdete damit die meisten heimischen Privatradios in ihrer Existenz. Daher ist eine rasche und objektive Neuvergabe der anstehenden Lizenzen im Sommer dieses Jahres der erste Test dafür, ob diese neue Form der konvergenten Medienregulierung in Österreich funktioniert", so Grinschgl abschließend. (EBK)

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