KfV WARNT: UNFALLRISIKO AUF EINER SPUR - WIEDER DREI GETÖTETE MOTORRAD-LENKER

Damit der Feuerstuhl nicht zum Schleudersitz wird: Tips und Maßnahmen für mehr Sicherheit auf zwei Rädern

Wien (KfV-Presse): Sonnenschein und Vogelgezwitscher - die Zeit ist reif für Motorrad & Co. Das spiegelt sich auch in der Unfallbilanz der Vorwoche wider: Drei Motorrad-Lenker verloren auf Österreichs Straßen ihr Leben. Auch im Vorjahr forderte die Motorradsaison ihren Blutzoll: Im ersten Halbjahr 2000 wurde ein 60prozentiger Anstieg bei den getöteten Motorradfahrern und Beifahrern registriert. Im zweiten Halbjahr konnte dieser Trend zwar gebremst werden, aber trotzdem kamen laut Unfallstatistik des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) insgesamt 112 Motorradbenutzer auf Österreichs Straßen ums Leben.

Killer Nummer 1: Geschwindigkeit

"Die Ursachen dafür sind vielfältig, aber nicht angepaßte Geschwindigkeit ist auch auf zwei Rädern Killer Nummer 1", erklärt KfV-Direktor Dr. Othmar Thann. 45 Prozent der tödlich verunglückten Motorradbenutzer kamen im Vorjahr bei sogenannten Alleinunfällen ums Leben. Unter Alleinunfällen verstehen Experten Unfälle, bei denen es keine anderen Beteiligten gab, sie sind ein deutlicher Indikator für zu hohes Tempo. Weitere 35 Prozent der getöteten Motorradbenutzer verloren ihr Leben bei Unfällen im Begegnungsverkehr, beispielsweise beim Überholen.

Sicherheit durch Sichtbarkeit

Wenn ein Pkw-Fahrer mit einem Motorradfahrer kollidiert, liegt die Unfallursache aber oft auch darin, daß der Autofahrer den Einspurigen übersehen hat oder dessen Geschwindigkeit falsch eingeschätzt wurde. Um ihre Sicherheit zu erhöhen, sollten Motorradfans auch auf gute Sichtbarkeit setzen: helle Schutzbekleidung, reflektierende Materialien und optische Präsenz - beispielsweise durch ausreichende Sicherheitsabstände zu anderen Fahrzeugen - tragen dazu bei. KfV-Motorrad-Experte Ing. Kurt Vavryn: "Motorradfahrer sind außerdem besonders gefordert, immer für andere mitzudenken. Denn unabhängig von der Verschuldensfrage sind meist sie es, die an den Unfallfolgen verstärkt zu leiden haben."

Maßnahmen, um das Unfallrisiko zu senken:

Vermehrte Geschwindigkeitskontrollen an "klassischen" Motorradrouten. Straßeninfrastruktur entsprechend gestalten:
a) Leitschienen mit Doppelbeplankung oder noch besser Betonleitschienen bzw. zumindest Ummantelungen der Leitschienensteher mit energieaufnehmendem Material (z.B. Styropor) können dazu beitragen, die Unfallschwere beim Unterrutschen zu vermindern.
b) Rutschgefahr verringern. Rutschige Ausbesserungen (Bitumen) durch rutschfestes Material ersetzen. Um Dieselspuren auf der Fahrbahn zu minimieren, sollten insbesondere LKW-Tanks auf ihre Dichtheit kontrolliert werden. Dieselspuren stellen für den einspurigen Fahrer ein erhöhtes Rutsch- = Sturzrisiko dar.
Einführung einer zweiten Ausbildungsphase speziell im praktischen Bereich für alle "Neulinge".
Ausbildung für 125 m³ sollte verbessert werden: Derzeit 6 Stunden Fahrübung ist zuwenig, die praktische Fahrübung sollte auf eine Fahrausbildung ausgedehnt werden und um eine theoretische Ausbildung ergänzt werden. Denn: Ein guter Autofahrer ist noch lange kein guter Motorradfahrer!

Eine weitere sinnvolle Maßnahme:

Doppelte Haltelinie für Ein- und Zweispurige im Ortsgebiet: Nur wenn der Motorradfahrer auf einer eigenen Haltelinie vor dem übrigen Verkehr anhalten kann, macht die Erlaubnis zum "Vorschlängeln" wirklich Sinn.

Lebensretter Vernunft

100prozentige Sicherheit durch diese Maßnahmen kann es nicht geben, daher appelliert das KfV an alle Auto- und Motorradfahrer, besondere Vorsicht walten zu lassen: Autofahrer sollten umsichtig unterwegs sein, denn Einspurige haben keine Knautschzone. Daran sollten auch Motorradfans denken und sich nicht vom Freiheitsgefühl auf zwei Rädern zum Gas geben verleiten lassen, sondern der Situation und dem Können entsprechend fahren. Zur Erinnerung: Das Risiko, tödlich zu verunglücken, ist für Motorradfahrer etwa zehn mal so hoch wie für Autofahrer. Diesem Risiko sollten Biker nicht zuletzt dadurch Rechnung tragen, indem sie sich für Ausfahrten ausreichend vorbereiten.

Die Unfälle der Vorwoche: 11 Todesopfer im Straßenverkehr während der vergangenen Woche, davon 5 zum Wochenende
Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 6 PKW-Insassen (davon 3 Lenker), 2 Lkw-Lenker und 3 Motorrad-Lenker ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mußten nicht angepaßte Fahrgeschwindigkeit (5), Vorrangverletzung (1), Unachtsamkeit (1) und Übermüdung (2) festgestellt werden. Bei 2 Verkehrsunfällen konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. Alkoholisierung war bei einem Verkehrsunfall Mitursache. 6 tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet. 6 tödliche Verkehrsunfälle waren sogenannte Alleinunfälle. Vom 1. Jänner bis zum 1. April dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 168 Verkehrstote, im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 186 Menschen tödlich.

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