"Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Bremse und Gaspedal

Ausgabe vom 1.04.2001

Österreich im Banne der blauen Befindlichkeit: Seit das Wiener Wahlergebnis die schwarz-blaue Wende als Debakel für die freiheitliche Regierungsbeteiligung zementiert hat, sorgt sich die Alpenrepublik um den Patienten FPÖ. Und wenn schon nicht "sorgen", so giert sie zumindest nach dem Krankheitsverlauf der Haiderschen Riess-Passer-Truppe...

Das Anti-Serum ist bekannt: Von "Herz" und "Robin-Hood-Beschwörung" war die Rede. Von einer Drosselung des High-Speed. Von Reformen mit Augenmaß. Kurz: Die Bremse ist´s und nicht das Gaspedal.

So eindringlich - nicht zuletzt, weil inklusive Vertschüssungsandrohung des Altparteiobmannes! - die Rezeptur verschrieben wird, so unerbittlich hebt es die Partei aus dem Sattel. Und schuld dran ist die Zentrifugalkraft. Wer im vollen Speed auf die Bremse steigt, der "fliegt" - ohne Gurt - durch die Windschutzscheibe. Sprich: Das Bremsmanöver kann nur ein Besonnenes sein. Was im konkreten Fall bedeutet: Solange sich die Regierung zum Nulldefizit in Rekordzeit bekennt, muss sie Tempo machen. Die Bremse ist erst dann erlaubt, wenn der Geschwindigkeitsrausch nicht länger einen Sinn ergibt. Fällt das Nulldefizit 2002, darf die Fahrt gedrosselt weitergehen...

Es ist und bleibt die mysteriöse Null, die alle anderen Reformen in ihrem Schlepptau zieht - die gefloppte und wiederauferstandene Ambulanzgebühr. Die Besteuerung der Unfallrenten. Die Verwaltungsreform. Hinter jeder Maßnahme steckt das zwingende Ziel:
Der Schilling muss in die marode Kasse rollen...

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