FORMAT: Bruno Ganz über Peter Steins 22-Stunden-"Faust": "Zu meinem Erstaunen schlafen nicht alle"

Nach seinem Wiener "Faust"-Gastspiel kommt er ans Burgtheater.

Wien (OTS) - Im Interview mit FORMAT spricht Ifflandring-Träger Bruno Ganz erstmals über sein Wiener "Faust"-Gastspiel (ab 8. September im Meidlinger Kabelwerk).

Bruno Ganz über die "Leistung" des Publikums beim 22-Stunden-"Faust"-Marathon: "Zu meinem Erstaunen schlafen nicht alle, das finde ich ganz schön. Obwohl ich immer froh bin, wenn ich jemanden sehe, der eingeschlafen ist, weil ich längst schlafen würde. Am Sonntag sehe ich nach acht Stunden immer noch 99 Prozent des Publikums horchend und schauend da sitzen, und das übersteigt mein Fassungsvermögen. Weil ich bin nach drei Stunden als Zuschauer in einem Theater völlig fertig, da muß ich rausgehen. Als Schauspieler ist das anders, weil wenn Sie spielen, gerät Ihr Blut in Bewegung, das ist Action, da bleibt man eher wach. Ich habe auch Krisen am Sonntag Nachmittag, wo ich nicht weiß, ob ich den Abend schaffe. Aber irgendwie geht es dann doch. Ich kann Ihnen nicht genau sagen, wie das geht."

Bruno Ganz über die Rolle des Faust: "Faust ist eine Rolle, die mich nicht besonders anzieht. Es gibt Schauspieler, die Traumrollen haben, Hamlet, King Lear oder Faust. Dazu gehöre ich nicht, ich bin da nicht so wild drauf. Es ist allerdings schon eine luxuriöse Situation, wenn man sich montelang mit Faust II beschäftigen darf und noch dazu dafür bezahlt wird. Und wenn man einen analytischen Geist wie Peter Stein vor sich hat, der in der Lage ist, einem halbwegs beizubringen, um was es sich da handelt. Trotzdem liebe ich dieses Stück nicht, und niemand außer Peter Stein hätte mich dazu überreden können."

Bruno Ganz über das Stück im allgemeinen: "Das Stück ist ein gigantisches Sprachkunstwerk, das kann ich auch kapieren, aber es ist mir zu äußerlich, mir fehlt das Schicksal der Figuren und der Kitt, der die Leute zusammenbindet. Das hat eine abstrakte Höhe, die ich zwar teilweise nachvollziehen kann, aber es ist nicht etwas, was mein Herz bewegt."

Und Bruno Ganz über seinen ersten Auftritt am Wiener Burgtheater:
"Der Peymann hat mir einmal eine Rolle am Burgtheater angeboten, die ich nicht mochte. 2003 mache ich aber etwas am Burgtheater, mit einem Regisseur, mit dem ich öfters zu tun hatte - mit Klaus Michael Grüber."

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