"profil": Stadler: "Erinnern fatal an Uralt-Partei"

NÖ-FP-Landesrat kritisiert Riess-Passer und Regierung - "Zeitpunkt für Nulldefizit überdenken"

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" übt der niederösterreichische Landesrat und EX-FPÖ-Klubobmann Ewald Stadler heftige Kritik an seiner Partei. Die FPÖ habe zwölf Monate lang mit sozialer Treffsicherheit Gruppen getroffen, die zu ihren Kernwählern gehörten. Stadler: "Wir haben deswegen den Finanzminister und den Sozialminister angestrebt, um zu verhindern, dass sich die Wirtschaftsliberalen in der ÖVP zu Lasten der kleinen Leute austoben können. Jetzt ist das Ergebnis, dass wir Dinge machen, die sich nicht einmal die Schwarzen trauen."

Laut Stadler sei eine "Kurskorrektur" der FPÖ notwendig, der Zeitplan für das Nulldefizit müsse geändert werden. "Man sollte erstens den Zeitpunkt und zweitens die Belastungs-Symmetrie überdenken", fordert der niederösterreichische FP-Landesrat. "Man kann nicht zur gleichen Zeit Unfallrenten besteuern und bei einem ohnehin hohen Benzinpreis die Kosten für die Vignette erhöhen."

Scharf attackiert der Landespolitiker im "profil"-Interview die Arbeit des FPÖ-Regierungsteams. Stadler: "Seit Jörg Haiders Antritt als FPÖ-Chef 1986 haben wir den Leuten wichtige Dinge versprochen. Und das vergessen die Wähler nicht so schnell, wie das offensichtlich ein paar in der FPÖ-Regierungsmannschaft vergessen."

Auf Unverständnis und Kritik stößt beim ehemaligen FP-Klubobmann auch der Umgang mit der Wahlniederlage in Wien. Stadler: "Die FPÖ-Argumentations-Schiene vom Wahlsonntag in Wien hat mich fatal an eine Uralt-Partei erinnert. Dass man sagt, wir hätten das drittbeste Wahlergebnis der Wiener FPÖ-Geschichte eingefahren, dass wir einer Hetzkampagne und einem Angst-Wahlklampf zum Opfer gefallen wären, das habe ich in der genau gleichen Diktion jahrelang von rot und schwarz gehört."

Im "profil"-Interview scheut der niederösterreichische Landesrat auch vor Attacken auf FPÖ-Chefin Susanne Riess-Passer nicht zurück, die ihn, so Stadler, aufgefordert habe, erst nach einem erfolgreichen Umbau der FPÖ-Landesgruppe in Niederösterreich wieder Kritik zu üben. Stadler: "Der Umbau dieser Landesgruppe läuft so erfolgreich, dass sie den Vergleich mit der Tiroler Landesgruppe, aus der ja die Vizekanzlerin kommt, schon zum Frühstück aushält."

Außerdem, so Stadler, erkundige er sich "nicht nach einer Bewilligung", wann er seine Meinung kund tun dürfe. Stadler: "Ich habe 12 Monate mit der Faust in der Tasche geschwiegen, jetzt ist der Wahlkampf und damit die Zeit des Schweigens vorbei."

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