- 30.03.2001, 11:16:49
- /
- OTS0117 OTW0094
Pittermann: Zwischenbilanz Brustkrebs-Früherkennungsprogrammes=
Hemmschwellen werden abgebaut, besonderes Augenmerk auf Qualitätssicherung
Wien, (OTS) "Vorsorge ist gerade im Bereich des
Mammakarzinoms enorm wichtig. Ich freue mich, dass die Wienerinnen
das Früherkennungsprogramm, das in Zusammenarbeit zwischen der
Stadt Wien mit ihrem Krankenanstaltenverbund, der Wiener
Gebietskrankenkasse und der Wiener Ärztekammer durchgeführt wird,
so rege in Anspruch nehmen", zieht Wiens Gesundheitsstadträtin Dr.
Elisabeth Pittermann eine erste sehr positive Bilanz des im
November 2000 gestarteten "Wiener Brustkrebs-
Früherkennungsprogrammes". "Regelmäßige Brustkrebs
Vorsorgeuntersuchungen bei über 50-jährigen Frauen lassen das
Risiko, an einem tödlichen Mammakarzinom zu erkranken, um 20 bis
30 Prozent sinken", betont Pittermann. Daher ist offensive
Aufklärung über Vorsorgemaßnahmen besonders wichtig. "Regelmäßige
Selbstuntersuchungen durch Abtasten der Brust sollte jede Frau
durchführen. Ab etwa 50 Jahren hilft eine jährliche Mammographie
die Früherkennung von Brustkrebs zu erhöhen. Im Falle einer
Erkrankung sind so die Heilungschancen größer", betont die
Gesundheitsstadträtin.****
Pittermann spricht an dieser Stelle den tragenden Partnern
des Projektes nochmals ihren Dank aus: "Die Gebietskrankenkasse
zeigt mit der Unterstützung dieser Aktion, dass in Zeiten, in
denen die Bundesregierung den gesamten Sozialbereich in den
Würgegriff nimmt, nicht auf Kosten der Menschen gespart wird. Die
niedergelassenen Radiologen und die Spitalsambulanzen haben durch
das Programm höhere Untersuchungsfrequenzen zu bewältigen." "Ich
werde auch weiterhin mit aller Kraft daran arbeiten, den
WienerInnen die beste medizinische Versorgung zu sichern - trotz
einer Bundesregierung, die durch nicht-verfassungskonforme
Gesetzesbeschlüsse die Verwaltungskosten in die Höhe treibt und
die Menschen durch unsoziale Belastungen von der medizinischen
Versorgung abhält", so Pittermann.
Erfolgreiche Pre-Test Phase
Das "Wiener Brustkrebs-Früherkennungsprogramm" wurde Ende
November 2000 mit dem Slogan "Die Klügere sieht nach." gestartet.
In einer Pretest-Phase wurden wöchentlich 245 Einladungen
verschickt. Nun hat die Hauptprojektphase begonnen. Bis Juli 2002
werden pro Woche jeweils 2.600 Frauen angeschrieben und zur
Mammographie eingeladen.
Ab April wird das Programm in öffentlichen Verkehrsmitteln
und auf Bahnhöfen Wiens beworben. Wiens
Frauengesundheitsbeauftragte Prof. Beate Wimmer-Puchinger
erwartet, dass das Programm einen hohen Bekanntheitsgrad erreichen
wird und die Mammographie von 25% - 30% mehr Frauen in Anspruch
genommen werden wird als bisher. "Alle auf den Plakaten und
Foldern abgebildeten Frauen sind selbst Betroffene und betonen
glaubwürdig die Wichtigkeit einer oft lebensrettenden
Untersuchung", erläutert Wimmer-Puchinger das Werbekonzept des
Programmes.
Brustkrebs-Früherkennung als Teil des Wiener
Frauengesundheitsprogrammes
Das Wiener Brustkrebs-Früherkennungsprogramm basiert auf
einem einstimmig im Wiener Gemeinderat 1998 gefassten Beschluss,
und wird nun im Rahmen des ebenfalls 1998 beschlossenen
Frauengesundheitsprogrammes umgesetzt.
Brustkrebs ist die häufigste Krebstodesursache für Frauen.
Jede 8. Frau erkrankt an Brustkrebs. Mammographie ist bis dato die
einzige wirksame Methode, um Brustkrebs sekundärpräventiv in
möglichst frühem Stadium zu entdecken - noch bevor er tastbar ist!
So kann brusterhaltend operiert und physisch wie psychisch wenig
belastend für die Betroffenen behandelt und geheilt werden.
In Österreich hat jede Frau ab 40 Jahren ein Anrecht auf
regelmäßige Vorsorge-Mammographien. Es gibt keine Daten darüber,
wie oft und regelmäßig Vorsorge-Mammographien durchgeführt werden.
Studien und Meinungsbefragungen schätzen, dass nur jede 2. Frau
dieses Angebot in Anspruch nimmt. Unterschiedliche Barrieren wie
das umständliche Prozedere der Überweisung, Ängste vor
schmerzhaften Untersuchungen oder einer positiven Diagnose,
fatalistische Einstellungen zu Krebserkrankung und Sprachbarrieren
tragen zur geringen Inanspruchnahme bei.
Dr. Helga Azem, Vorsitzende der Sektion Fachärzte der
Ärztekammer hält es für besonders wichtig, die Menschen offensiv
auf die Möglichkeiten zur Gesundheitsvorsorge hinzuweisen. "Wir
müssen unsere Vorsorgeangebote noch offensiver und direkter an den
Mann bzw. die Frau bringen", begründet Dr. Azem das Engagement der
Ärztekammer für Wien in diesem Bereich.
Der Untersuchungsscheck kommt direkt ins Haus
Um bestehende Barrieren zu überwinden wird den Wienerinnen
ein möglichst niederschwelliges Angebot gemacht - der
Untersuchungsscheck flattert per Post direkt ins Haus. Alle 50-
bis 70-jährigen Wienerinnen (194.000 Frauen) werden über die
Laufzeit des Programmes von ca. 2 Jahren in wöchentlichen Tranchen
persönlich eingeladen eine Mammographie machen zu lassen. Die
Allonge zum Einladungsbrief gilt als Untersuchungsscheck, es ist
darüberhinaus kein Überweisungsschein nötig. Darauf wird der Frau
eine bestimmte "grätzelnahe" Institution und ein Wochentermin
vorgeschlagen. Selbstverständlich kann auch eine andere
Institution und ein anderer Termin gewählt werden. Auf der
Rückseite sind alle untersuchenden Stellen nach Bezirken geordnet
und inklusive Telefonnummer angeführt.
Dem Brief liegen eine Informationsbroschüre über
Mammographie, eine Anleitung zur Brustselbstuntersuchung und
fremdsprachige Kurzfassungen des Programmes (türkisch bzw. serbo-
kroatisch) bei. Bei der Mammographieuntersuchung wird der Frau vom
Radiologen ein Mammographiepaß ausgehändigt, in den die
Untersuchungsdaten eingetragen werden.
Die im Rahmen des Programmes durchgeführten Mammographien
finden zum Großteil in niedergelassenen Ordinationen statt, ein
wesentlich geringerer Anteil in den Gesundheitszentren der WGKK
und auch in Ambulanzen des KAV. Insgesamt beteiligen sich mehr als
50 niedergelassene RadiologInnen, 7 Ambulanzen des KAV und 3
Ambulatorien der WGKK an dem Programm.
Qualitätssicherung der Untersuchung und der
Betreuungsqualität
"Ein zentraler Punkt des Programmes ist die
Qualitätssicherung der Untersuchung, aber auch der
Betreuungsqualität", betont der stellvertretende Generaldirektor
des Krankenanstaltenverbundes Prim. Dr. Ludwig Kaspar. Erstmals
sollen Daten über die Mammographie in Wien erhoben und statistisch
ausgewertet werden. Die Kriterien der Qualitätssicherung wurden
von den durchführenden Radiologen definiert und festgelegt.
"Im Zuge des Projektes wird auf die apparative und
medizinische Qualitätssicherung ebenso großes Augenmerk gelegt wie
auf die Richtlinien der Dokumentation und den laufenden
Informationsaustausch aller Mitwirkenden. So verfügen alle
teilnehmenden Radiologen über ein Mindestmaß an Erfahrung (1.000
Mammographien pro Jahr) und absolvieren begleitende
Weiterbildungsmaßnahmen. Ganz besonders wird natürlich auf die
Betreuungsqualität geachtet", betont Kaspar. Daher wurden
Standards in der Kommunikation und im Umgang mit den teilnehmenden
Frauen ebenso festgelegt wie die Form der Befundübermittlung -
besonders bei verdächtigen Befunden, wo ein Gegencheck durch einen
zweiten Arzt stattfindet.
Servicetelefon stark frequentiert
Ein Servicetelephon gibt täglich Auskunft zum Programm (4000-
8089) und kann bei Beratungsfragen direkt an die Wiener Krebshilfe
weiterverbinden. Insgesamt wurden bisher 163 Anrufe entgegen
genommen. Fremdsprachige Information ist über Sprachboxen auf
türkisch, kroatisch, bosnisch und serbisch abrufbar (4000-8099-
1/2/3/4). Die Sprachboxen werden stark frequentiert, bisher wurden
über 1550 Anrufe registriert. (Schluss)
rog
Rückfragehinweis: PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Andrea Rogy
Tel.: 53 114-81 231
e-mail: andrea.rogy@ggs.magwien.gv.at
*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER
VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK/NRK






