VIER PFOTEN: Keine Entwarnung im Schweineskandal

Gutachten über verwendete Substanzen sind Gefahr für Konsumenten

Wien (OTS) - "Es gibt keine Entwarnung bei Hormonen und
Antibiotika im Schweinefleisch", zu dieser Erkenntnis kommt VIER PFOTEN- Experte Michael Buchner. In einer Pressekonferenz mit Dr. Michael Schönbauer, Fachtierarzt für Pathologie und Dr. Michael Zimpfer, Vorstand für Intensivmedizin im AKH, wurde heute ein aktuelles Gutachten über die im Schweineskandal verwendeten Substanzen präsentiert. Das Ergebnis: Schon der geringe Einsatz von Antibiotika und Hormonen kann speziell bei Kindern und Schwangeren zu schweren Gesundheitsschäden führen.+++++

In dem vorliegenden Gutachten, wurden konkret jene verwendeten Substanzen des Tierarztes Roland Fechter untersucht, der sich zur Zeit in Untersuchungshaft befindet und der seine Approbation auf Grund der Ereignisse im Schweineskandal bereits verloren hat.

VIER PFOTEN Experte-Buchner kritisiert vor allem die fehlende Aufzeichnungspflicht über Antibiotika in Österreich. Da es keine Zahl über den Einsatz von Antibiotika bei Tierfutter gebe, seien auch die Kontrollen sehr schwierig. Ein erster Schritt müsse daher eine Aufzeichnungspflicht sein. Buchner: "Unabhängige Fleischkontrolle ist die Basis für Verbesserungen. Eine "gläserne Produktion" also Untersuchungen des Fleisches vom Stall bis auf den Teller müssen daher durchgeführt werden."

Trotz des Schweineskandals so Buchner, gebe es nach wie vor zu wenig Kontrollen in der Landwirtschaft und wenn, dann nur gegen Anmeldung. Buchner: "Hier fehlt der politische Druck und der politische Wille der Verantwortlichen." Es gebe Adressenlisten von insgesamt 1000 Bauern, die für ein Drittel der Schweineproduktion in Österreich verantwortlich sind, aber die Kontrollen beschränken sich nur auf wenige Betriebe. Bisher seien in Niederösterreich rund 70 Betriebe, in Oberösterreich sogar nur drei Betriebe kontrolliert worden, obwohl hier das Epizentrum des Skandals ist, so Buchner. Hauptziel der Verantwortlichen sei es laut Buchner, die Konsumenten nicht zu verunsichern. Tatsache sei jedoch, dass dabei eine Verschleierungstaktik an der Tagesordnung ist, die für Konsumenten drastische gesundheitliche Auswirkungen haben kann. Die in der Studie erwähnten Substanzen hätten vor allem bei Kindern und Schwangeren extreme Folgen: Von Allergien bis zur ungewünschten Unterbrechung der Schwangerschaft könnten die Folgen sein.

Buchner betonte, der Schweineskandal sei ein guter Anlass, um endlich Verbesserungen in der Nutztierhaltung herbeizuführen, und damit auch konsumentenfreundlicher zu werden . Verbesserungen wären jedoch erst 2012 im Rahmen einer EU-Richtlinie zur Schweinehaltung Pflicht. Bis dahin, so Buchner würde sich an der Tierhaltung in Österreich kaum etwas ändern: Nach wie vor an der Tagesordnung wären Schweine in Einzelhaltung, Kastration ohne Narkose, Schwanz stutzen sowie das Ausbrechen der Eckzähne. Davon betroffen wären bis 2012 125 Millionen Schweine in Österreich und drei Milliarden in der EU. (bfm)

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