Menschenwürdig leben bis zuletzt - BILD (web)

Caritas präsentiert Hospiz-Positionspapier

Wien (OTS) - "In unserer westlichen Gesellschaft muss die Würde
des Menschen, bis zu seiner letzten Stunde, wieder in den Mittelpunkt gerückt werden", fordert Kardinal Franz König. Er unterstützt die nun gestartete Informationskampagne der Caritas, die in einer neuen Broschüre umfassende Information zum Thema Hospiz anbietet. "Im Interesse der Patienten müssen Fragen neu gestellt werden", so Kardinal König. "Die Frage nach dem Sinn des Lebens und dem Sinn der Krankheit." Das verändert auch das Klima in der Medizin. "Es geht um eine menschenwürdige Gestaltung der letzten Wegstrecke der Menschen", weiß Kardinal König, der vor einem ethischen Dammbruch warnt, sollte in Österreich der politische Konsens in der Ablehnung von aktiver Sterbehilfe brechen. Menschen im Sterben begleiten ist Frage der öffentlichen Solidarität "Die Situation schwerkranker und sterbender Menschen passt nicht in die heute öffentlich kommunizierten Lebensentwürfe", kritisiert Caritas Präsident Franz Küberl. "Wie Menschen im Sterben begleitet werden ist eine Frage der öffentlichen Solidarität und kann nicht der Initiative einzelner überlassen bleiben." Küberl fordert die Integration von Hospizarbeit in das gesamte Österreichische Gesundheits- und Sozialwesen. "Als Richtlinie für alle Handlungen gilt, dass das Sterben nicht verlängert, aber das Leben nicht verkürzt werden soll." Vergleichbar mit anderen medizinischen Leistungen muss den Menschen in Österreich das Hospizangebot zugänglich sein. Ein Großteil der Hospizarbeit wird derzeit durch Spenden finanziert oder durch ehrenamtliche MitarbeitInnen geleistet. "Dieses System hat seine Grenzen", warnt Franz Küberl und verlangt: "Für den weiteren Ausbau der Hospizarbeit müssen mehr öffentliche Mittel zur Verfügung gestellt werden, ein Kostenbeitrag durch die Krankenkassen gesichert werden."

Karenz für pflegende und begleitende Angehörige

"Nicht zuletzt um das Sterben zu Hause zu ermöglichen", plädierte der Wiener Caritasdirektor Michael Landau für die Entwicklung von Karenzierungsmodellen für die Pflege und Begleitung sterbender Angehöriger. "Es darf nicht am Geld scheitern, dass Kinder ihre Eltern am Ende des Lebens begleiten können. Die Begleitung und Pflege sterbender Angehöriger darf nicht zum Privileg einiger weniger werden", so Landau. - Diese Modelle müssen erstens rasch und flexibel sein und sich an der Wirklichkeit der Betroffenen orientieren, führte Landau weiter aus. Erforderlich seien Möglichkeiten der Teilzeitkarenz - etwa dort, wo mehrere Geschwister gemeinsam begleiten - aber bei Bedarf auch Möglichkeiten der Vollzeitkarenz. "Diese Modelle müssen eine existentielle Absicherung der Begleitpersonen garantieren", so der Wiener Caritasdirektor, der für die Einsetzung entsprechender Arbeitsgruppen auf Ebene der politischen Verantwortungsträger plädiert. Hier sei auch zu prüfen wie Rechtssicherheit gegeben werden könne, nach der Karenzierung wieder in den ursprünglichen Beruf einsteigen zu können.

In der Schaffung eines Lehrstuhls für Palliativemedizin, der Integration von Palliativ Care in das Medizinstudium sowie der Entwicklung von Qualitätsstandards für die Ausbildung und Versorgung sieht Sr. Hildegard Teuschl, Vorsitzende vom Dachverband Hospiz Österreich den Schlüssel zur Sicherung einer "Lebensqualität bis zuletzt".

Die Broschüre ist erhältlich bei:
Caritas Österreich, Tel. (01) 488 31-410, www.caritas.at
Caritas der Erzdiözese Wien, Tel. (01) 878 12-222
und bei allen diözesanen Caritasorganisationen

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