ÖAMTC: Motorradhelme im Vergleichstest - GRAFIK (web)

Von 11 getesteten Helmen nur zwei "besonders empfehlenswert"

Wien (OTS) - * FREI FÜR FREITAG-AUSGABEN *

Bei den vielen Gefahren und Unfallrisiken, denen der
Zweiradfahrer im Straßenverkehr ausgesetzt ist, bleibt dem Motorradfahrer neben der Bekleidung nur der Helm als lebenswichtiger Schutz. Der ÖAMTC und sein deutscher Schwesterclub ADAC haben daher Motorradhelme auf Unfallschutz, Sicht, Aerodynamik, Geräuschverhalten, sowie auf Handhabung und Komfort getestet. "Von 11 Motorradhelmen, schnitten mit Shoei und Uvex nur zwei mit 'besonders empfehlenswert' ab, fünf wurden mit 'empfehlenswert' klassifiziert und vier mit 'bedingt empfehlenswert' ", betont ÖAMTC-Tester Steffan Kerbl.

Der ÖAMTC hat Helmmodelle in der Preisklasse zwischen S 3.000,-und S 5.000,- getestet die nach der Helmnorm ECE-R 22 geprüft wurden. Von den Testhelmen weisen einige bereits die erst ab 2002 verbindliche Prüfnorm 22.05 auf, die meisten sind noch nach 22.04 geprüft. Teure Helme unterscheiden sich zunächst vor allem im Außenschalen-Material, denn die duroplastischen Werkstoffe werden nicht gespritzt, sondern die Matten aus GFK, Kevlar oder Karbon werden per Handarbeit laminiert. Diese Schalen sind zwar kaum leichter, aber sehr beständig gegen Altern, sowie Einflüssen wie UV-Licht oder Benzin.

Im Unfallschutz fallen die Unterschiede aufgrund der ECE-Anforderungen gering aus, wobei bei der Stoßdämpfung kein Helm mit außergewöhnlich guten Werten heraussticht. Der Aufprall auf den Kinnteil wurde durch einen aufwendigeren versuch simuliert und nicht nach dem vereinfachten ECE-Verfahren. Dabei brachten einige der 22.04-geprüften Modelle, wie Arai, FM und Vemar, schlechtere Ergebnisse, während 22.05-Typen von Agv, HJC, Nolan, Shoei und Uvex den Frontalcrash besser meisterten.

Wichtig ist auch die aktive Sicherheit, zu der der durch eine gute Antibeschlag-Beschichtung ungetrübte Blick durch das Visier gehört. Hier ist Uvex klarer Sieger, aber auch FM, Kiwi und Vemar erhielten gute Noten. Bei der Prüfung der Kratzfestigkeit haben gleich sieben Helme die ECE-Werte überraschender Weise nicht eingehalten. Ähnlich schlecht war es bei der Geräuschentwicklung. Nur der Arai NR-5 bot bei den Fahrtests mit Autobahntempo eine erträgliche Geräuschkulisse, der Dainese-Helm hingegen betäubt schon bei 100 km/h das Gehör. Bei flotten Autobahnfahrten macht die Aerodynamik der Modelle Vemar und FM wenig Freude, denn der Fahrtwind zerrt diese bei höheren Geschwindigkeiten kräftig nach oben.

Ein guter Helm muss mit möglichst vielen Köpfen harmonieren

Bei Handhabung und Komfort im täglichen Umgang mit dem Helm bekamen die Modelle Arai und Shoei die Bestnoten fast aller Testpiloten, wobei es hier auch wichtig ist, dass ein guter Helm mit möglichst vielen Köpfen harmoniert. Problematisch ist hier der Nolan-Helm, dessen enge Einstiegsöffnung der Größe M viele Tester zur nächst größeren Version greifen lies. Der Agv wiederum wurde abgewertet, weil er nur punktuell am Kopf anliegt.

Die ebenfalls getestete Bedienung des Kinnriemen-Verschlusses brachte sehr unterschiedliche Ergebnisse. Doppel-D-Ringe wie bei Arai und Dainese sind zwar umständlich einzufädeln, aber leicht und sicher, da sie automatisch straff angezogen werden. Steckschlösser sind praktisch, aber hier rastet beim Kiwi-Helm das Schloss nicht zuverlässlich ein. Auch die Länge des Kinngurtes ist bei fast allen Steckschlössern schwierig zu variieren. So geht es beim Kiwi zwar einfach, dafür lockert sich der Riemen aber oft von alleine.

Trotz der teueren Helme haben die ÖAMTC-Tester aber vielfach auch Verarbeitungsmängel festgestellt, die nicht zur Freude des Kunden sind. So rutschte etwa beim FM-Helm der Nackenpolster leicht heraus und bei einem Dainese-Helm betätigte das Visier beim Öffnen ungewollt den Belüftungsschieber. Eine zur besseren Reinigung herausnehmbare Innenausstattung gibt es bei Agv, Dainese, FM, HJC, Kiwi, Uvex und Vemar. Wobei aber beim FM-Helm der Zusammenbau zum Geschicklichkeitsspiel wird und bei Vemar und Uvex die Polster in Stirnbereich nicht gut fixiert sind.

"Der umfangreiche Helmtest kann zwar viele Fragen beantworten, erspart aber nicht das Probieren verschiedener Größen beim Helmkauf, da der Helm ohne zu drücken fest sitzen muss", betont ÖAMTC-Techniker Kerbl abschließend, der außerdem vor dem Helmkauf unbedingt zu einer Probefahrt rät.

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