"Kleine Zeitung" Kommentar: "Im Netz" (von Carina Kerschbaumer)

Ausgabe vom 29.3.2001

Graz (OTS) - Welches Spiel spielt Jörg Haider? Drei Tage hüllte sich der inoffizielle Spitzenkandidat der Wiener Wahlen in Schweigen, blieb wegen angeblicher 40 Grad Fieber einer Krisensitzung fern - um tags darauf wieder in der Öffentlichkeit aufzutreten. Mit einem Warnschuss an die Partei. Ein Warnschuss, der den Riss in der FP aufzeigt.

Selbst wenn Jörg Haider den Finanzminister nicht direkt attackiert und selbst wenn er die kolportierte Forderung nach Grassers Rücktritt als "blöde Behauptung" abkanzelt: Es ist vor allem Karl-Heinz Grasser gemeint, wenn Haider nun droht, die Partei zu verlassen, sofern die "technokratische Politik" der Regierung fortgesetzt werde. Oder wenn Haider nun seine Ariel-Polarisierungsspiele vergessend eine "Politik des Herzens" fordert.

Worthülsen? Nicht nur. Die Wahlverluste der FPÖ sind zwar einerseits logische Konsequenz der Regierungsbeteiligung. Die ehemalige Protestpartei zappelt im Regierungsnetz - und verliert zwangsläufig Protestwähler.

Ein Netz, das aber andererseits nicht zuletzt aufgrund der Besteuerung der Unfallrenten engmaschig geworden ist. Ob Haider das Netz gegen Grasser & Co. aufschneiden kann, ist derzeit offen.****

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