Greenpeace: Kein Ausverkauf an Temelinstromimporteur E.ON!

Nach Strom-Minigipfel muss Bartenstein Gesamtstromkonzept vorlegen

Wien (OTS) - Greenpeace befürchtet, dass der Temelinstrom-Importeur E.ON zum größten Aktionär an der Verbundtochter Austrian Hydro Power (AHP) werden könnte. Wenn die E.ON alle in Österreich derzeit erhältlichen Anteile an der Österreichischen Wasserkraft erwirbt, wäre sie zumindest der größte Einzelaktionär an der AHP. "Bartenstein darf die österreichische Wasserkraft niemals in die Hände des Temelinstromimporteurs E.ON legen", fordert Greenpeace-Energiesprecher Erwin Mayer. Greenpeace befürchtet, dass damit auch die Atomstromimporte nach Österreich durch die E.ON weiterhin stark ansteigen könnten.

Die E.ON hat eine gefüllte "Kriegskasse" von 30 - 35 Mrd. Euro. Mit dieser riesigen Summe könnte sie die Aktienpakete der österreichischen Stromwirtschaft gleich mehrmals aufkaufen und deshalb bei allen Aktienpaketen leicht den Höchstpreis bezahlen. Die E.ON ist derzeit am Kauf der Sperrminorität der EVN von 27 Prozent interessiert. Die EVN möchte hingegen bis zu 25 Prozent Anteil an der AHP erwerben. Weiters stehen 49 Prozent der Energie Holding des Landes Kärnten zum Verkauf, die wiederum 63,85 Prozent an der Kelag besitzt. Somit könnte die E.ON auch in Kärnten mit knapp 32 Prozent die Sperrminorität erwerben. Die Kelag hält bereits 10 Prozent an der AHP.

Die Tiroler TIWAG hat angekündigt, dass sie ihren Verbundanteil von 6 Prozent verkaufen will. 22 Prozent der Verbundaktien befinden sich derzeit noch im Streubesitz. Der Verbund besitzt wiederum 85 Prozent Anteile anheurigen Februar hat es einen massiven Aufkauf von Verbundanteilen im Streubesitz gegeben, hinter dem nach Insidern die E.ON steht.

Die E.ON besitzt derzeit Wasserkraftkapazitäten von ca. 10 TWh, der Verbund von 19 TWh. Wenn also die Wasserkraftwerke der E.ON in die AHP als Realeinlage eingebracht werden und im Gegenzug dazu die E.ON entsprechende Anteile an der AHP erhält, dann könnte das alleine zu einem Aktienanteil von 34,5 Prozent der E.ON an der AHP führen.

Wenn die E.ON nun tatsächlich die EVN- und Kelag-Anteile erhält und die adäquaten Anteile an der AHP über die Zusammenlegung der Wasserkraftaktivitäten besitzt und sie tatsächlich bereits Verbundaktien an der Börse erworben hat, dann kann sie auf einen Anteil von über 50 Prozent an der AHP kommen.

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