Wiener Kultur: Woller scharf gegen Marboes und Klausnitzers Verbleib Cap sagt für Amt des Kulturstadtrats ab - Holender plant für Theater an der Wien

Vorausmeldung zu NEWS 13/01 v. 29.3.2001

Wien (OTS) - Heftige Bewegung in der Causa um Verbleib oder Abgang des Wiener Kulturstadtrats Peter Marboe (VP): Ernst Woller, SP-Kultursprecher, Vorsitzender des Kulturausschusses und oft genannter Kandidat für das Amt, nimmt in der morgen erscheinenden NEWS-Ausgabe deutlich gegen Marboes Verbleib Stellung.

Woller in NEWS zu Marboes Aussichten im Fall des Verbleibs:
"Nehmen wir nur allein den Kulturausschuss: Da hat die SPÖ künftig die absolute Mehrheit. Wie kann jemand aufrechten Ganges in eine Regierung gehen, in der er jederzeit ohne Mühe niedergestimmt werden kann? Ein solcher Mann muss sich doch wie ein Feigenblatt in der Regierung vorkommen."

Autonomie im Amt, wie sie Marboe vorschwebt, sei auszuschließen:
"Jeder Finanzbeschluss muss durch den Gemeinderatsausschuss. Handlungsfreiheit für den Stadtrat widerspricht also der Verfassung. Und wenn er sagt, er macht auf der Basis des ÖVP-Programms Kulturpolitik, möchte ich wissen, wie das funktionieren soll, wo wir doch in allen Gremien die Mehrheit haben." Woller plädiert für ein rot-grünes Bündnis, will aber das Amt des Kulturstadtrats bei der SPÖ wissen.

Woller zu den Vereinigten Bühnen. In NEWS plädiert Woller auch für die Ablöse des Intendanten Rudolf Klausnitzer im Verlauf der bevorstehenden Vertragsverhandlungen: "Ich bin nicht dafür, Klausnitzers Vertrag zu verlängern. Wie ist es möglich, dass zum Beispiel eine Produktion wie "Hair" ohne künstlerisches Leading Team auskommt? Da gibt es keine Dramaturgie, nicht einmal einen Regisseur, nur die Choreographin Kim Duddy. Die soll zwar Regie geführt haben, hat es aber, wie alle gesehen haben, nicht getan, weil sie es nicht kann. Es wundert mich auch nicht, dass es da keinen Regisseur gibt. Denn von allen Direktoren habe ich nur einen nie in einem Wiener Theater gesehen: Rudi Klausnitzer, der daher klarerweise auch nicht wissen kann, wieviele gute junge Regisseure es in dieser Stadt gibt. Bedenken Sie auch, dass die Vereinigten Bühnen ein hochbezahltes Orchester haben. Aber bei "Hair" sitzen zwölf auf der Bühne. Das ist eine Ausdünnung des künstlerischen Potenzials! Das einzige, was in diesem Haus funktioniert, ist die PR-Abteilung, die dann auch dafür sorgt, dass 300 Leute in der Premiere sitzen und johlen." In jedem Fall, so Woller, werde Klausnitzers Gage von zuletzt 9 Millionen auf etwa 3 Millionen gekürzt.

Und binnen fünf Jahren soll im Theater an der Wien kein Musical mehr gespielt werden. Holenders Pläne für das Theater an der Wien. In derselben NEWS-Ausgabe skizziert Staatsoperndirektor Ioan Holender, der seinen Vertrag soeben bis 2007 verlängert hat, seine Pläne für das Theater an der Wien. Holender möchte dort zwei Produktionen pro Jahr (eine mit den Festwochen, Gespräche mit Musikdirektor Hans Landesmann gab es schon) mit zehn bis 12 Aufführungen ingesamt herausbringen. Als Orchester sind Symphoniker und ORF-Orchester erwünscht, der Spielplan soll Werken der Spätromantik (Goldmarck, Kienzl, Korngold, Zemlinsky oder Pfitzner) gelten. Dass die Philharmoniker im Theater an der Wien und dafür fallweise nicht in der Staatsoper spielen könnten, schließt Holender via NEWS aus:
"Höchstens für Ballettaufführungen wäre der Einsatz des Bühnenorchesters denkbar. Solange ich da bin, wird es für Opernvorstellungen nur die Philharmoniker geben."

Cap steht als Kulturstadtrat nicht zur Verfügung. Josef Cap, SP-Kultursprecher im Parlament und einer der meistgenannten Marboe-Nachfolger, sagt indes via NEWS unmissverständlich ab: "Ich stehe definitiv und unter keinen Umständen zur Verfügung. Ich glaube, gerade jetzt im Rahmen der Oppositionsarbeit viel Sinnvolles tun zu können."

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