GEHRER: ERZIEHEN HEISST VEREINBAREN STATT ANORDNEN Klassenschülerzahlen im Durchschnitt weit unter der festgesetzten Höchstzahl

Wien, 28. März 2002 (ÖVP-PK) "Die Klassenschülerhöchstzahlen sind immer wieder in heftiger Diskussion, niemand aber möchte die Realität wahrnehmen. Diese Realität heißt: Klassenschülerzahlen im Durchschnitt in der Volkschule 19,8, in der Hauptschule 22,9, in der Unterstufe der AHS 26,8, in der Oberstufe 21,8, in den Berufsbildenden Mittleren Schulen 22,4, in den Berufsbildenden Höheren Schulen 25" - das ist österreichweiter Schnitt, der in jedem Fall unter der Klassenschülerhöchstzahl liegt. Das betonte Bildungsministerin Elisabeth Gehrer heute, Mittwoch, im Plenum des Nationalrats.****

"Doch diese Zahlen alleine sind nicht aussagekräftig genug, denn in vielen Klassen werden zusätzliche Teilungsmaßnahmen gesetzt - es gibt Teilungen durch Förderunterricht, durch Reifeprüfungsprojekte, durch Begleit- und Stützlehrer, durch Leistungsgruppen und weitere Gruppenunterteilungen. "Wir müssen schauen, dass die Klassenschülerhöchstzahlen nirgends überschritten werden und wir müssen schauen, dass die Schülerinnen und Schüler die besten Bedingungen haben. Aber wir müssen die Kirche im Dorf lassen", mahnte die Ministerin.

VERHALTENSVEREINBARUNGEN SIND WEITERER SCHRITT IN RICHTUNG NEUER SCHULKULTUR

In ihrer Wortmeldung kam Ministerin Gehrer auch auf die Verhaltensvereinbarungen zu sprechen, die sie als weiteren Schritt in Richtung neuer Schulkultur bezeichnete, "wo wir vereinbaren statt anzuordnen." Im Gesetzesentwurf sei festgehalten, dass das Schulforum schuleigene Verhaltensvereinbarungen festlegen kann. "Es steht nicht drinnen, dass das Schulforum das muss, sondern dass es kann, wenn es nötig ist. Das ist gelebte Eigenständigkeit der einzelnen Schule."

Weiters werde das Schulforum ermächtigt, ein schulpartnerschaftliches Gremium einzurichten, wo Eltern, Lehrer und Schüler vertreten sind und Beratung, Hilfestellung, Förderung, Konfliktlösung und Mediation angeboten wird. "Die Schule kann das machen, wenn es nötig ist. Es wird niemandem vorgeschrieben. Aber wer eine zusätzliche Auskunft, eine Unterstützung, eine Hilfestellung braucht, muss es auch sagen. Die Konzeption ist, Hilfestellung zu geben, aber nicht flächendeckend jedem zu verordnen. Bei dieser Konzeption bleiben wir", betonte Gehrer.

"Erziehen heißt Vorbild sein, Sicherheit geben, Freund sein, vereinbaren statt anordnen. Das ist moderne Schulkultur, auf diesem Weg werden wir weiterschreiten", kündigte Gehrer an.
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