Ambulanzgebühren (2): Lackner kritisiert "Chaos-Verfahren"

Mehr Bürokratie, ungeklärte Kosten und falsche Lenkungswirkungen

Wien (SK) Die Neuregelung der Ambulanzgebühren "ist unsozial und unüberlegt" und sie komme erneut in einem "Husch-Pfusch- und Chaos-Verfahren" zustande, so SPÖ-Gesundheitssprecher Manfred Lackner in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem geschäftsführenden SPÖ-Klubobmann Peter Kostelka. Die "neue Ambulanzgebühr" treffe Arbeitnehmer und Pensionisten "in voller Härte"; Bauern, Selbstständige und Beamte seien ausgenommen, für sie gelte ein weit niedrigerer Selbstbehalt von rund 80 Schilling, erklärte Lackner. ****

Lackner ging auf die Punkte Bürokratie, Kosten und Steuerungseffekte ein. Die quartalsmäßige Abrechung der Ambulanzgebühren führe dazu, dass 17,5 Millionen Ambulanzfälle viermal pro Jahr mit acht Millionen Versicherten abgeglichen werden müssten. Hier entstehe ein "bürokratisches Monster", bekräftige Lackner.

Zur Kostenfrage erläuterte Lackner, dass die 6,5 Prozent der Einnahmen aus der Gebühr, die den Krankenkassen als maximale Verwaltungskostenabgelten zugestanden werden, nicht einmal das notwendige Postporto abdecken können.

Die Lenkungswirkungen veranschaulichte Lackner mit Beispielen: Eine schwangere Frau, die um 23 Uhr wegen Schmerzen eine Ambulanz aufsuche, müsse 250 Schilling zahlen. Ein Patient, der in der Nacht, an Wochenenden oder an Feiertagen wegen einer Platzwunde eine Ambulanz aufsuche, müsse 250 Schilling zahlen. In beiden genannten Fällen können davon ausgegangen werden, dass es keine Alternativen im niedergelassenen Bereich gebe.

Es stelle sich die Frage, so Lackner weiter, ob Sozialminister Haupt wisse, wovon er redet. Die erweiterten Öffnungszeiten im niedergelassenen Bereich und neue Facharztstrukturen seien in keiner Weise konkretisiert. Ebenso wenig sei die Frage geklärt, wie diese neuen Strukturen finanziert werden können. (Schluss) wf

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