Transporteure fordern einheitliche Neuregelung des Transits für gesamten Alpenraum

Bauer: "Technische Entwicklung berücksichtigen", WKÖ-Belangssendung 29.03.01/Ö1

Wien (PWK233) - Die Transportwirtschaft steht mit dem Rücken zur Wand. Wenn der Transitvertrag mit der EU - der seit 1995 Teil unseres Beitrittsvertrages ist - voll eingehalten wird, müssen die meisten europäischen, darunter auch die österreichischen, Straßenfrächter noch vor Ende des Jahres 2001 die Transitfahrten zwischen dem Norden und Süden der EU durch Österreich einfach einstellen. Im Protokoll 9, in dem der ehemalige Transitvertrag aus dem Jahr 1992 in den österreichischen EU-Beitrittsvertrag eingebaut wurde, wird die Zahl der Fahrten gezählt, obwohl es vor allem um die Verbrennungsgase der Motoren als Maßstab geht. Wenn die Zahl der erlaubten Transitfahrten in einem Jahr um acht Prozent überschritten wird, muss diese Überschreitung in den folgenden Jahren von der Gesamtmenge der Fahrten abgezogen werden. Im vergangenen Jahr ist diese Überschreitung passiert und damit, so der Geschäftsführer des Fachverbandes des Güterbeförderungsgewerbes der Wirtschaftskammer Österreich, Rudolf Bauer, ist es jetzt so weit gekommen, "dass die österreichischen Transportunternehmer Transporte nicht mehr durchführen können, damit Kunden verlieren und langfristige Aufträge brechen müssen. Damit werden in diesem Bereich Einkommen und Arbeitsplätze verloren gehen."

Die große Schwäche des Systems besteht darin, dass es keine Rücksicht auf die technische Entwicklung nimmt, ärgert sich Frächter-Vertreter Bauer. Als es erfunden wurde bließ ein Fernlaster pro Kilowattstunde Leistung 16 Gramm in NOx, also Stickoxyde, in die Luft. Inzwischen sind 60 Prozent der Fernlaster, die im Transitverkehr durch Österreich fahren, neu. "Es gibt heute Fahrzeuge die bereits mit nur vier und fünf Gramm NOx-Ausstoß fahren. Das ist im Vergleich zu den 16 Gramm, die wir zum Beginn des Systems hatten, eine vielfache Verbesserung", betont Bauer. Diese Unternehmer sollten, so Bauer, in ganz Europa bevorzugt behandelt werden. Wer alte Autos betreibt, soll also auch weniger im Transit durch Österreich fahren dürfen, verlangt die Transportwirtschaft. Und die Forderung, alle EU-Alpenländer einzubeziehen gilt auch für die Zeit nach dem Ende des Vertrages, der Ende 2003 auslaufen sollte. Schließlich wurde der ursprüngliche Transitvertrag eigens wegen der Überlastung der Transitrouten durch die Alpen geschaffen.

" Alle Unternehmer in ganz Europa haben die Nase voll von diesem System. Wenn die Politik darüber nachdenkt, Neuregelungen zu machen, darf es keine Österreich-Sonderlösung mehr geben, sondern dann muss das für den ganzen Alpenraum gelten, also auch für Frankreich, für Italien und für Deutschland. (EBK)

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