Gewerbeverein: ORF soll sein Kerngeschäft ordentlich erledigen, sonst weiter nichts!

Wien (OTS) - "Zum verfassungsmäßigen Auftrag von ARD und ZDF gehörten nur die parallele Übertragung von Hörfunk- und Fernsehprogrammen sowie programmbegleitende Informationen im Netz³. Dies steht in einer gestern in Deutschland vorgelegten Expertise des Leipziger Medienrechtlers Christoph Degenhart.

Eine ähnliche Aussage macht wohl auch auf Österreich bezogen Sinn - sie ist hier nur noch bedeutend wichtiger und überfälliger:

- Der ORF ist Monopolist - auch wenn es nicht einmal Vranitzky und seine Nachfolger verhindern konnten, dass Programme aus dem Orbit eingestrahlt werden.

- Der ORF hebt von seinen Teilnehmern Gebühren ein, obwohl sein Programm maximal auf dem Niveau privater deutscher TV-Anstalten angesiedelt ist. Etwa fünfzig Prozent seines Budget kommt aus der Werbung.

In dieser Situation betreibt der ORF eine der häufigst besuchtesten Internet-Plattformen des Landes und möchte auch -jedenfalls war noch voriges Jahr davon die Rede - groß ins e-Business einsteigen. Wettbewerbsverzerrend sind nicht nur die nun eingeschränkten Product Placement-Aktivitäten des ORF, es gibt innerhalb des üppigen Serviceangebotes noch weitere Schmankerl:

- Dazu gehören die Pläne des digitalen Sportkanals mit Wettmöglichkeit,

- die gemeinsame Werbeverkaufsplattform mit den Privatradios, die jeder drohenden Konkurrenz den Wind aus den Segeln nahm.

- Der 25-prozentige Anteil an - eben - der Internet-AG

- Die 50 Prozent Anteil an TW1; hier erhebt sich die Frage, zahlt der Eigentümer der anderen 50 Prozent auch die anteiligen Kosten im ORF für die Permanent-Bewerbung dieses Kanals?

Fassungslose Ausländer meinen: "In Österreich kann es eben mit dem ORF nur einen geben. Und der sorgt dafür."

Bei einer derartigen Medienorgel verblasst sogar ein Krone-Dichand und nur mehr Herr Westenthaler ist die einzige Instanz im Lande, die Johannes Fischer zum untertänigsten Durchschalten in die laufende Sendung bewegen kann. In Deutschland verlangte nun nach vorliegender Expertise der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, ARD und ZDF sollten ihre Online-Angebote zurückfahren und sich von allen Expansionsplänen verabschieden. Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) empfiehlt der Bundesregierung endlich ein Gesetz zur Einschränkung des sonst nicht zu bändigenden Medienmonsters zu verabschieden - an eine Entpolitisierung oder gar Qualitätsverbesserung denkt ja bestimmt kein Realist mehr, der dieses Land kennt.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Gewerbeverein,
Dr.Herwig Kainz,
Tel.:01-587 36 33/30,
Email: oest.gewerbeverein@apanet.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OGV/OTS