Sektion Journalisten: Vorwärts, wir müssen zurück?

Wieder einmal will sich die Sektion Journalisten verabschieden - diesmal gleich vom ÖGB

Wien (KMSfB/ÖGB). Bereits 1999 haben Journalisten-Gremien beschlossen, die Gewerkschaft zu wechseln. Der Schönheitsfehler dabei: Man hat vergessen, die Mitglieder zu fragen. Der überwiegende Teil der Journalisten-Landessektionen hat gegen den Beschluss protestiert und will in der KMSfB bleiben.++++

Ursprünglich wollte man zur Gewerkschaft Druck und Papier (DuP) wechseln, was insofern hinfällig wurde, als sich die Gewerkschaften der Privatangestellten (GPA), der Post- und Fernmeldebediensteten (GPF) und die KMSfB zu einem Verbund mit den Druckern zusammenschlossen.
"Das war und ist eine zukunftsorientierte und branchenadäquate Perspektive, die durch die heutige Strukturdiskussion im ÖGB bestätigt wird”, sagt Prof. Fritz Peschke, der geschäftsführende Vorsitzende der Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport, freie Berufe (KMSfB). Eine neue branchenstrukturierte Gewerkschaft "Kunst - Medien - Kommunikation” ist in Diskussion. Und: "Die weitaus größte Zahl der Medienmitarbeiter ist in der KMSfB organisiert, somit sind wir die "Mediengewerkschaft” schlechthin. Seit Monaten und Jahren treibt eine Gruppe innerhalb der Journalisten-Sektion den ÖGB und die sogenannte 'Stiefmuttergewerkschaft' KMSfB mit einer missbräuchlich verwendeten Moralkeule vor sich her.”

"Eine Sonderlösung nur für die Printjournalisten ist kontraproduktiv. Die Abschottung gegenüber allen anderen Interessensgruppen kann nicht das Ziel einer modernen Gewerkschaftsarbeit sein. Dazu ist unser Auftrag zu wichtig”, sagt KMSfB-Zentralsekretär Thomas Linzbauer.
Die Unternehmer würden sich freuen, wenn ihnen bei künftigen Kollektivvertragsverhandlungen nur noch eine Splittergruppe gegenübersitzt, sofern ihnen überhaupt die Kollektivvertragsfähigkeit zuerkannt würde.
Offenbar ist die Änderung der Arbeitsbedingungen und damit des Berufsbildes an den Akteuren vorbeigegangen. Im Online-Zeitalter und der zunehmenden Ausweitung der Geschäftsfelder der Verlagshäuser auf "Neue Medien” ist systemübergreifendes Denken und Agieren gefragt. Die Spielregeln sind klar: Im Vordergrund haben die Mitgliederinteressen zu stehen. Das bedeutet auch, dass die JournalistInnen an der Sanierung der prekären Finanzsituation mitarbeiten müssten, an der sie nicht unschuldig sind.
"Wer sich allen Sanierungsbestrebungen verweigert und auf weiteren nichtfinanzierbaren Forderungen beharrt, hat kein Recht, Rücktritte im ÖGB-Bereich zu verlangen”, sagt Fritz Peschke dazu. (hk)

ÖGB, 27. März 2001
Nr. 244

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