Malen und Zeichnen in der Neurologie

Wien, (OTS) Am Dienstag fand im Beisein von Bezirksvorsteher DI Heinrich Gerstbach sowie dem Vorstand der Neurologischen Abteilung des Krankenhauses Lainz, Prim. Univ.-Doz. Dr. Manfred Schmidbauer, die Eröffnung der Ausstellung "Malen und Zeichnen in der Neurologie" statt. Ausgestellt sind Bilder von Menschen mit neurologischen Erkrankungen, die im Rahmen einer Therapie gefertigt wurden. Die Ausstellung kann zwischen 28. März und 20. April täglich zwischen 8.00 und 21.00 Uhr in der Volkshochschule Hietzing, Hofwiesengasse 48, besucht werden.****

Rehabilitation neurologisch Kranker

Die Neurologie beschäftigt sich mit Erkrankung des Gehirns, wie sie z. B. nach einem Schlaganfall auftreten können. Bei Betroffenen ergeben sich durch derartige Erkrankungen tief greifende Veränderungen ihrer gesamten Lebensgestaltung. Standen diese Menschen vor der Krankheit noch mitten im gesellschaftlichen Leben, müssen sie in der Krankheitssituation oft sogar wieder sprechen und gehen lernen. Die Rehabilitation kann Wochen und Monate dauern. Die PatientInnen müssen in diesem Fall lernen, mit dieser, für sie völlig neuen Situation, umzugehen. Es gibt verschiedene Therapieformen, die als Grundlagenarbeit in der neurologischen Rehabilitation dienen. Eine etwas jüngere Therapieform ist die Kreativ- und Maltherapie. Diese wird an der Neurologischen Abteilung des Krankenhauses Lainz, unter der Leitung von Hans Sfiligoi, seit 1993 angeboten und hat sich seit dieser Zeit bestens bewährt.

Chancen der Kreativtherapie

Viele PatientInnen werden auf Grund ihrer Krankheit in eine Situation rückversetzt, die der des Kindes sehr ähnlich ist. Sie können sich nicht oder nur mangelhaft unserer Sprache bedienen und haben daher kaum Möglichkeiten sich auszudrücken. Sehr oft bleiben bildnerische Fähigkeiten von dieser Schädigung völlig unbetroffen. Hier bietet die Kreativtherapie verschiedene Chancen für PatientInnen und ÄrztInnen. Betroffene Menschen können im Rahmen der Therapie bildnerische Kommunikation anstelle der Sprache verwenden. Dadurch bekommen sie neues Selbstwertgefühl und fühlen sich nicht mehr isoliert. Dies fördert die Wiedererlangung der manuellen Geschicklichkeit und kann den weiteren Krankheitsverlauf sowie die Rehabilitation positiv beeinflussen.

Jedoch können auch die Ärzte aus den Bildern, die im Rahmen der Therapie entstanden sind, Rückschlüsse ziehen. So kann manch neurologisch Kranker beispielsweise nur in einem Teil des Gesichtsfeldes sehen. Da Defizite in einigen Bereichen der Hirnfunktion schwer erkennbar sind, können Zeichnung von PatientInnen als "lesbares" Abbild der Hirnfunktionsstörungen fungieren.

Die Ausstellung in der Volkshochschule in Hietzing zeigt Bilder, die im Rahmen der Kreativtherapie der Neurologischen Abteilung im Krankenhaus Lainz entstanden sind. Die PatientInnen haben in Gruppen-oder Einzeltherapien gearbeitet und konnten selbst über Form und Thema ihrer Arbeit entscheiden. (Schluss) bw

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