BSE und MKS - Zufall oder Notwendigkeit?

Laaben (OTS) - In letzter Zeit sind mir einige Leute begegnet,
denen ein gewisser Zusammenhang zwischen den Seuchen BSE und MKS nicht ganz zufällig erscheint: Betrachtet man einerseits die bereits letzten Dezember von der EU angekündigte und im Jänner beschlossene Anordnung, wegen BSE Millionen von gesunden Rindern umzubringen, nur um den gefallenen Fleischpreis wieder zu stabilisieren und andererseits den vehementen Widerspruch einiger EU-Länder gegen diese sinnlose Massenvernichtung von Lebewesen, so erscheint es äußerst merkwürdig, daß just kurz nach Auftreten dieses Zwiespaltes die MKS ausgebrochen ist. War das wirklich nur ein Zufall? Denn niemand -auch nicht Fischler - wollte tatsächlich die Verantwortung für die Tötung von Millionen Tieren zum alleinigen Zwecke der Marktstabilisierung auf sich nehmen.

Seit dem 19. Feber gibt es nun die Maul- und Klauenseuche in einem nie dagewesenen Ausmaß. Jetzt kann man ja angeblich nicht anders, gesunde Tiere müssen "prophylaktisch" getötet werden. Ungefähr in denselbem millionenfachen Ausmaß, wie man kurz zuvor beschlossen hatte, Tiere zur "Marktentlastung" umzubringen. Hat hier etwa irgendjemand "unabsichtlich" in ein paar Ställen einige Reagenzgläser fallen lassen?? Sieht man sich nämlich die Gebiete, in denen die MKS aufgetreten ist, auf einer Landkarte Europas an, so kommt man nicht umhin, eine gewisse Strategie zu entdecken. Jetzt sind die betroffenen Länder gezwungen, Tiere auch in Millionenhöhe zu "keulen" (= umbringen mit anschließender unschädlicher Beseitigung) - und kaum jemand redet mehr von Ethik. Inzwischen ist allerdings aus verschiedensten TV-Berichten bekannt, daß die Opfer nicht einmal gesetzeskonform geschlachtet werden, sondern nur mit dem Bolzenschußgerät betäubt und anschließend verbrannt werden! Die Möglichkeiten, wie man den MKS-Erreger an die Tiere bringt, ist jedenfalls vielfältig und unkompliziert. Wenn diese Überlegungen den Tatsachen entsprechen, so war der einzige Grund wieder einmal nur PROFIT.

Obwohl Seuchenexperten, wie Oskar-Rüger Kaaden von der Vet.-Uni in München, die Impfung als einzige Chance gegen die Ausbreitung von MKS sehen, lehnt die EU-Kommission Massenimpfungen weiterhin entschieden ab! EU-Agrarkommissar Franz Fischler begründet seine sture Haltung so: "Nach einer Impfung kann nicht mehr zwischen geimpften und infizierten Tieren unterschieden werden". Der wahre Grund ist aber auch hier nur der Profit: Die EU befürchtet Exportseinbußen, wenn Tiere flächendeckend geimpft werden. Seuchenexperte Kaaden sieht das in einem "Stern"-Interview ganz anders: "Es gibt nur sieben so genannte Serotypen. Die dafür vorhandenen Impfstoffe sind hochwirksam und absolut sicher. Es kann durch das Impfen nicht mehr zu Zufallsinfektionen kommen wie früher". Auch das Problem einer Verwechslung von geimpften mit kranken Tieren bestehe nach der Entwicklung eines Impfstoffes "mit Markierungen" nicht mehr. Kaaden verwies darauf, daß es nur Dank jährlicher flächendeckender Impfungen in den Jahren 1967 bis 1991 gelungen war, die Maul- und Klauenseuche aus Deutschland zu verbannen. Vor diesem Hintergrund sei das Keulen seuchenkranker Tiere, von Rindern, Schafen und Schweinen inakzeptabel. Es sei grausam, dafür Massentötungen in Kauf zu nehmen, meint Kaaden.

Keine prophylaktischen MKS-Impfungen also, obwohl - wie in einem Dominospiel - ein Staat nach dem anderen befallen wird: Nach Großbritannien, Irland, Griechenland und Frankreich jetzt auch Holland, unmittelbar vor der deutschen Grenze. Allein in Großbritannien, wo bereits über 600 Fälle registriert wurden, sind in den vergangenen vier Wochen etwa 530.000 Tiere getötet worden! Will man den halben europäischen Viehbestand umbringen - nur um den Fleischmarkt zu "sanieren", anstatt endlich die Agrarpolitik grundlegend zu reformieren? Zuzutrauen wäre das der Agromafia - nach all dem, was bisher geschehen ist - allemal.

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