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Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Sie haben ihn satt

Utl.: Ausgabe vom 27. März 2001=

Highnoon in Wien. Die Wahl war zum Endzeitkampf
hochstilisiert worden. Haider gegen Häupl. Das einfache Mitglied machte den blauen Wahlkampf zur One-Man-Show. Sich selbst warf Jörg Haider in die Waagschale. Er hatte es geahnt: Es ging nicht mehr nur um Wien, es ging bereits um ihn selbst. Da war ihm sogar die antisemitische Tonlage nicht zu abgefeimt und blöd, um doch noch ein paar Stimmchen auf sein Konto zu buchen. Aber Haider hat verloren, wie selten verloren worden ist. Die Menschen hatten sein Sprüche satt, sie haben ihn satt.
Es ist nicht nur allein das FPÖ-Dilemma, da an maßgeblicher Stelle in der Regierung zu sitzen und dort Sprüche zu klopfen, als hätte man mit dieser Regierung nichts zu tun. Es ist das Dilemma eines gealterten Wahlkämpfers, dessen Späße niemand mehr zum Lachen findet. Jetzt darf man gespannt sein, wer sich von wem emanzipieren wird. Wird das Koalitionsausschussmitglied Haider den Regierungpartner unter Druck setzen, in öffentliche Konflikte zwingen? Alle paar Wochen mit der Aufkündigung der Koalition drohen? Mit einem Wort, sich aus der Umarmung Schüssels retten? Oder wird sich vielmehr die FPÖ von Jörg Haider emanzipieren und nicht mehr allen Zurufen aus Kärnten blinden Gehorsam leisten. Ja, vieles spricht dafür, dass Prinzhorn und Grasser ja nur darauf gewartet haben, dass der Guru aus Kärnten derart auf die Nase fliegt. Der "Führungsanspruch" Haiders ist seit Sonntag auch faktisch der eines Alt-Obmannes. Die Prognose ist nicht gewagt: Haider ist auch in der FPÖ endgültig "entzaubert".

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