"Kleine Zeitung" Kommentar: "Schattenkanzler" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 27.03.2001

Graz (OTS) - Natürlich trifft die Analyse zu, die Alfred
Gusenbauer am Tag nach dem Wiener Triumph angestellt hat.

Die Wähler hätten, freute sich der Oppositionsführer, der Politik der Bundesregierung eine deutliche Absage erteilt.

Auch der Strategie Jörg Haiders, der ein immer höhereres Provokationsniveau anlegen musste, um sich interessant zu machen, sei eine Grenze gesetzt worden.

Nun gelte es, ein klares Gegenmodell zu Schwarz-Blau zu entwickeln.

Nur: Wer wird dieses Gegenmodell verkörpern?

Der SPÖ-Chef spürt, dass auf seine Rolle als Schattenkanzler seit der Wiener Wahl ein breiter Schatten durch die eindrucksvolle Figur des Bürgermeisters gefallen ist.

Sein Versuch, Michael Häupl, der seit 20 Jahren zu den engsten politischen Freunden zählt, für die nächsten fünf Jahre im Rathaus festzunageln, mag erfolgreich sein. Aber selbst wenn sich Häupl nicht in die Bundespolitik weglocken lässt, weil er mit Leib und Seele Bürgermeister ist, muss Gusenbauer wissen, dass er die Diskussion nicht stoppen kann. Schon die Frage: "Was wäre, wenn ..." wird ihn beschädigen.

Gusenbauer möge sich bei Oskar Lafontaine erkundigen. ****

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