HGPD-Kaske: "Neue Au Pair-Verordnung kein Aprilscherz!"

Wirtschaftsminister holt billige Arbeitskräfte für reiche Familien

Wien (HGPD/ÖGB). "Ein Job als Au Pair klingt für viele junge Mädchen sehr verlockend. Ein bisschen im Haushalt helfen, auf die Kinder aufpassen und dabei auch noch eine Fremdsprache lernen. In Wirklichkeit sieht es aber oft ganz anders aus", erklärte Rosa Prais, Sektionssekretärin der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD). Die von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein für Anfang April geplante Verordnung für Au Pair Kräfte macht auch HGPD-Vorsitzenden Rudolf Kaske Sorgen: "Ich finde es schon etwas eigenartig, dass hier keine zwischenstaatlichen Abkommen abgeschlossen werden, sondern der Minister das unter Umgehung des Parlaments selbst regelt."++++

"Hier geht es wohl nur vordergründig um StudentInnenaustausch", mutmaßte Kaske, "im Grunde geht es um billige Hilfskräfte für betuchte Familien." Rosa Prais ergänzte, dass die Au Pairs nur auf 800 Schilling Taschengeld pro Woche und nur einen freien Tag - und das muss kein Sonntag sein - Anspruch haben sollen. "In der Verordnung steht zwar, dass den jungen Menschen Freizeit für Deutschkurse gewährt werden muss, die Bezahlung dieser Kurse wird aber nur zur Hälfte vom Gastgeber übernommen", erklärte die Gewerkschafterin und fragte sich, wie die StudentInnen mit 3.200 Schilling (232,55 Euro) die andere Hälfte für diese Kurse bezahlen sollen.

"Viele dieser Au Pairs kommen von den Philippinen oder aus Indien -hier werden mit der Not der Mädchen Geschäfte gemacht", vermutete der HGPD-Vorsitzende und warnte: Ganz krass betrachtet ist diese Verordnung eine Aufforderung zum Schleppen. Aus dem Ganzen könnte sich ein Sumpf entwickeln, der nur schwer wieder trocken zu legen ist. Rosa Prais und Rudolf Kaske versichern jedenfalls, sich diese Au Pair Verhältnisse genau anzusehen und bei Missständen den Weg in die Öffentlichkeit nicht zu scheuen. (kk)

ÖGB, 26.März 2001
Nr.237

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