Plädoyers gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz

Grußworte an die SPÖ aus Paris, München und Zagreb

Wien (SK) Bei der Wahlschlusskundgebung der Wiener Sozialdemokraten gestern, Freitag, drückten auch internationale Gäste ihre Unterstützung für den Wiener Bürgermeister Michael Häupl aus. Die Bürgermeister von Paris, Bertrand Delanoe, von München, Christian Ude und von Zagreb, Milan Bandic sprachen sich in ihren Reden gegen jede Form von rechtem Populismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz aus. ****

Der neu gewählte Pariser Bürgermeister, Betrand Delanoe, betonte, dass es kein Zufall sei, dass ihn seine erste Reise nach Wien geführt habe. Die Wiener Sozialdemokratie würde die gleichen Werte wie er teilen. "Mit derselben Kraft prangern wir den Hass an, der die Demokratie in Österreich wie in Frankreich beschmutzt", so Delanoe. Eine Partei in Österreich hätte nicht davor zurückgeschreckt, die dunkelsten Seiten der Geschichte für den Wahlkampf zu missbrauchen. Bei seinem letzten Besuch in Österreich vor acht Monaten hätte noch eine andere Situation vorgeherrscht. Die Sanktionen gegen die Bundesregierung wären noch aufrecht gewesen. Schon damals habe er die Chance gehabt, das andere Österreich kennenzulernen.

"Ich zweifle nicht im mindesten daran, dass die Partei des Hasses und der Ausgrenzung in ihre Schranken gewiesen wird", betonte der Pariser Bürgermeister in Anspielung auf die FPÖ. Der Sozialdemokratie gratulierte Delanoe zu den Erfolgen, die in Wien erreicht wurden. Neben Weltoffenheit und sozialer Sicherheit sei auch die vorbildhafte Qualität des Wohnungsbaus und der Städteplanung hervorzuheben. An die Wähler richtete Delanoe folgende Aufforderung: "Gebt nicht den Sirenenklängen der Rechten nach. Lasst euch nicht von denen verführen, die alte Dämonen wieder aufwecken wollen." Er selbst wünsche sich, dass das Wiener Volk am kommenden Sonntag einen Sieg über den Populismus erringe. Mit den Worten "Widerstand gegen die Intoleranz" beendete Delanoe seine Rede.

"Die Wiener Wahl wird deshalb international mit so großem Interesse verfolgt, weil es dabei um eine Weichenstellung für die Gesellschaft geht", betonte der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude. Schon ein Blick auf die affichierten FPÖ-Wahlplakate würde zeigen, dass hier eine Partei operieren würde, die auf Ressentiments setze. "Diese großartige Metropole sollte zu stolz sein, um sich auf das Niveau von Jörg Haider zu begeben."

Zum von ÖVP-Seite gewünschten Verkauf von Gemeindewohnungen merkte Ude an, dass gerade der soziale Wohnbau Wiens international unvergleichbar sei. "Jeder Münchner Wienkenner fragt sich, ob man noch alle Tassen im Schrank hat, wenn man dieses Juwel verscherbeln will", so Ude. Der kommende Sonntag müsse eine klare Abfuhr für die Ewiggestrigen bringen. "Wir wollen niemanden der Gräben aufreißt, sondern jemanden der Brücken baut."

Milan Bandic, Zagreber Bürgermeister, lobte in seiner Rede vor allem die guten Beziehungen zwischen Wien und Zagreb. Besonders in den letzten Jahren hätten sich diese intensiviert. In Wien erkenne er eine soziale Stadtregierung mit Herz, für die das Wohl der Bürger vorrangig sei. Wahlen seien immer ein besonderer Moment. Es gehe um die Reflexion von Vergangenem und um Weichenstellungen für die Zukunft. "Wien muss anders bleiben", schloss Bandic. (Schluss) sw

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