Kärntner Bildungswerk: Bildung braucht Werte und soziale Räume

"Stirbt die Bildung, stirbt das Land": Ideen und Initiativen, um Bildung ganzheitlich und "vor Ort" zu sichern und zu stärken

Klagenfurt (OTS) - Was kann und soll Bildung leisten im multimedialen Informationszeitalter, in dem auch das Schlagwort vom Wissensmanagement in aller Munde ist? Das Kärntner Bildungswerk unter seinem Obmann Dr. Klaus Fillafer setzte sich im Rahmen einer Fachtagung in Waiern/Feldkirchen mit dem Schwerpunkt Bildung(szukunft) unter dem Motto "Stirbt die Bildung, stirbt das Land" intensiv auseinander. Gastreferent und Hörfunkintendant Manfred Jochum sprach sich für einen ganzheitlichen Bildungsbegriff samt mehreren Kompetenzen wie der Medien- oder historischen Kompetenz aus und sieht Bildung immer auch als Rekurs auf Werte. Die Mediengesellschaft brauche vor allem geistig-kulturelle Inhalte, um den Schritt in die Wissens- und Bildungsgesellschaft zu tun.

Fillafer sagte, dass es eine inhaltliche Präzisierung der allgemeinen Erwachsenenbildung sowie eine laufende Erhebung und Evaluierung der Bildungsbedürfnisse brauche. Er forderte eine Diskussion über Bildungsmodelle für den ländlichen Raum und unterstrich in diesem Zusammenhang die Bedeutung sozialer Räume bzw. Gemeinschaften als Zentren der Begegnung und des geistigen Austausches. Das Modell einer "Bildungsgemeinde", eines "kommunalen Bildungsnetzwerkes" könnte laut Fillafer umgesetzt werden, wobei eine aufbauende und koordinierte Bildungsentwicklung über ein Jahr, in Partnerschaft zwischen Gemeinde und Bildungseinrichtungen, ganzheitlich und "vor Ort" zu organisieren sei.

Das Kärntner Bildungswerk wolle sich jedenfalls der Herausforderung stellen, die sich in der Problematik "Stirbt die Bildung, stirbt das Land" ausdrückt, so der Obmann des Kärntner Bildungswerks.

Landtagspräsident Jörg Freunschlag (in Vertretung von Landeshauptmann Jörg Haider) hob diese Initiative des Bildungswerks zur Fachtagung positiv hervor und meinte, dass das Land Kärnten sich seinem Leitbild zufolge auch als "Bildungsland" positioniere. Er verwies auf den Ausbau der Klagenfurter Universität und der Fachhochschulen - so stieg erst jüngst erfreulicherweise auch Feldkirchen in die Reihe der Fachhochschulstädte auf. Es gebe insgesamt sowohl mehr Freizeitangebote als auch Bildungsangebote, was sich wechselseitig positiv beeinflussen könne. Nur gebildete Menschen könnten aus der Freizeitnutzung auch den höchsten Wert ziehen, so Freunschlag.

Kärntens Agrar- und Gemeindelandesrat Georg Wurmitzer ging auf den Bildungsauftrag im Zusammenhang mit dem ländlichen Raum näher ein. Er erinnerte daran, dass seinerzeit der Nationalrat es nicht geschafft habe, den Begriff Kultur eindeutig zu definieren. Kultur sei sicher das Bestreben, so Wurmitzer, den Menschen zu humanisieren. Der Begriff "ländlich" sei ebenfalls nicht klar abzugrenzen. In Zeiten von BSE und MKS zeige sich, wie wichtig der ländliche Raum als Lebensraum und Biotop sei. "Die Agrikultur ist das Fundament der Kultur", unterstrich Wurmitzer. Kultur sei ein Lebens(hilfs)mittel. Der Bildungsauftrag sei eingespannt zwischen Tradition und Fortschritt, also gewissermaßen zwischen "Lederhose und Laptop" zu vollbringen, so Wurmitzer.

LAbg. Nicole Cernic (in Vertretung von LHStv. Peter Ambrozy) bedauerte die weithin mangelhafte Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Trends. Bildung sehe sie als Fähigkeit zur Selbst- und Mitbestimmung und zur Solidarität. Neue Medien bildeten eine Chance beim lebensbegleitenden Lernen, es dürfe jedoch nicht zu einer Bildungsbedrohung kommen, so Cernic.

Neben dem Land Kärnten war auch die "Akademie für Dorf- und Stadterneuerung", der Kärntner Gemeindebund, der ORF und die Kleine Zeitung Mitträger dieser landesweiten Fachtagung. Das Kärntner Bildungswerk ist eine überparteiliche Einrichtung der allgemeinen Erwachsenenbildung. Es ist ein Verein und der Dachverband für 612 Mitgliedsgruppen, in denen 28.000 kulturell Aktive arbeiten. 5000 Veranstaltungen pro Jahr mit über 500.000 Besuchern sind das Ergebnis. (Schluss)

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