"profil": Friedman: "Haider zur Verantwortung ziehen"

Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland kritisiert FPÖ-Wahlkampf - "Antisemitismus offen und unverschämt genutzt" - ÖVP hat "mit dem Teufel paktiert"

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" äußert sich Michel Friedman, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, äußerst besorgt über die Situation in Österreich. Dass Jörg Haider das Tabu des Antisemitismus im jüngsten Wahlkampf gebrochen habe, führt der CDU-Politiker auf die FPÖ-ÖVP-Koalition zurück. CDU-Politiker Friedman: "Es ist eine konsequente Folge der Enthemmungen der vergangenen Jahre, in denen Rassismus und antisemitische Stimmungen zu Stimmen umgewandelt wurden. Leider in Österreich mit einer Regierungsbildung." Und weiter: "Diese - unter Anführungsstrichen -'Erfolgsstory' ist mit einem neuen Tiefschlag fortgesetzt worden, indem Antisemitismus offen und unverschämt als Wahlkampfmittel genutzt wurde."

Der CDU-Politiker bezeichnet Bundeskanzler Wolfgang Schüssel im "profil"-Interview als "Gefangenen seiner eigenen Machtkorruption, weil er nicht mehr frei kritisieren kann, was sein Koalitionspartner macht". Die Tatsache, dass "eine Volkspartei wie die ÖVP zum Machterreichen und Machterhalten mit dem Teufel paktiert, der offenkundig rassistische und antisemitische Strömungen aufgreift, ist ein Präzedenzfall und ein Sündenfall", meinte Friedman im "profil"-Interview.

Friedman, der in Frankfurt eine Anwaltskanzlei betreibt, hält die Vorgangsweise von Ariel Muzicant, dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Jörg Haider wegen dessen Angriffen zu klagen, für richtig. Friedman: "Ich möchte hören, was die Justiz in Österreich zulässt und was sie nicht zulässt. Es wird höchste Zeit, dass in Österreich Politiker wie Haider, die unverhüllt mit antisemitischen Ressentiments aufhetzen, zur Verantwortung gezogen werden."

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