"Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Die Türen fest zugeklemmt...

Ausgabe vom 22.03.2001

Insgesamt 17.500 neue Stellen hat die Green-Card-Offensive in Deutschland seit ihrem Start vor einem halben Jahr bereits geschaffen. Was dabei besonders aufhorchen lässt - 12.500 der Jobs gingen an inländische Arbeitnehmer. So viel zu der hierzulande gebetsmühlenartig strapazierten Warnung vor den "Ausländern, die uns unsere Arbeitsplätze wegnehmen".

Vor der Inititative musste nämlich ein Großteil der Firmen Zusatzaufträge wegen Personalmangels ablehnen. Auch in Österreich wird das Problem, Arbeitskräfte zu finden, immer dringlicher. Die fehlenden IT-Spezialisten sind nur die Spitze des Eisbergs. Die Problematik zieht sich mittlerweile durch alle Branchen, über Bürokräfte, Facharbeiter, bis hin zu den Hilfsarbeitern. Ein Großteil der Betriebe würde die ausländischen Fachkräfte mit Handkuss aufnehmen, würden sie sie bekommen.

Doch die Regierung klemmt die Türen nach Österreich weiterhin fest zu und wiegt sich nach wie vor im Irrglauben, das Problem wäre alleine mit Bildungsmaßnahmen in den Griff zu bekommen. Minister Ernst Strasser war mit seinem IT-Vorstoß auf verlorenem Posten. Der deutsche Kanzler Gerhard Schröder will dagegen ausländischen Fachkräften die Tür zum deutschen Arbeitsmarkt noch weiter öffnen, denn Deutschland wolle "den Wettbewerb um die besten Köpfe nicht verlieren". Wir sind gerade dabei, das zu tun, denn bis man hierzulande aufwacht, wird es zu spät sein - um hochqualifizierte Fachkräfte, gerade im IT-Bereich, rauft sich die halbe Welt.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
E-Mail: ktzredaktion@apanet.at

Kärntner Tageszeitung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI/KTI