ORF-Weise in NEWS: "Privat-TV muss dürfen, was der ORF nicht darf." ORF-Betriebsratschef: "Dann ist Schmerzgrenze überschritten." - Vorausmeldung zu NEWS 12/01 vom 22.3.2001

Wien (OTS) - In der morgen, Donnerstag, erscheinenden Ausgabe von NEWS präsentieren erstmals Heinrich Keller und Alfred Payrleitner, Mitglieder des ORF-Weisenrats, detaillierte Pläne. Keller will durch Einschränkungen des ORF Privat-TV ermöglichen: "Privat-TV muss tun dürfen, was der ORF nicht darf. Schließlich fragt sich der Seher, warum er für den ORF Gebühren zahlt und in RTL und RTL 2 das Gleiche gratis sieht."

Keller: "Kein tödliches Korsett für ORF, aber auch nicht

stundenlang B-Movies."

Der ORF solle laut Keller kein "tödliches Korsett" bekommen, aber "dass stundenlang amerikanische B-Movies abgespielt werden geht auch nicht. Ebenso wenig darf es sein, dass bei der Ski-WM in St. Anton im Österreich-Haus der Bundespräsident Interviews gibt - und dass dieses Haus von "Kronen Zeitung" und ORF gemeinsam betrieben wird. Das fällt nicht in die Kategorie Unabhängigkeit."

Payrleitner: "Müssten Hirnschüssler sein, würden wir ins Programm eingreifen."

Der Kurier-Kolumnist und ORF-Weise Alfred Payrleitner widerspricht in zwei wesentlichen Punkten den Ansätzen von Gerd Bacher und Keller:
"Es soll kein Total-Verbot von Product-Placement geben. Es sollen sich nur Sponsoren nicht Themen kaufen dürfen. Da muss man gewisse Übertreibungen einbremsen." Auch Einmischungen des Weisenrats ins unmittelbare TV-Programm lehnt Payrleitner ab: "Das wäre eine völlig unzulässige Verschmierung von Grenzen. Wir müssen Hirnschüssler sein, wenn wir das versuchen."

Fiedler: "Dann ist Schmerzgrenze überschritten."

Eine erste Stellungnahme des Vorsitzenden des ORF-Betriebsrats Heinz Fiedler, ORF-Kurator und im VP-Freundeskreis, fällt differenziert aus: Im NEWS-Gespräch will Fiedler eine "flotte Umsetzung der Reform, weil ein Jahr Bestandsdiskussion würde dem Unternehmen sehr schaden. Letztlich kommt es aber auf den genauen Gesetzestext an." -"Aufzeigen", werde Fiedler "dann, wenn es um die politische Entscheidung geht, was der ORF darf und was nicht. Kommen substanzielle Einnahmenbeschränkungen in der kolportierten Höhe von 500 Millionen, wäre eindeutig die Schmerzgrenze überschritten."

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