ÖAMTC: Sanierung der Süd- und Westautobahn reicht nicht aus

Club fordert 100 Milliarden-Infrastrukturoffensive "Bauen statt Stauen" in den nächsten zehn Jahren

Wien (ÖAMTC-Presse) - Der ÖAMTC begrüßt die Entscheidung, die zusätzlichen knapp 2 Milliarden Schilling aus der Vignettenverteuerung in die beschleunigte Sanierung der völlig veralteten West- und Südautobahn zu stecken. Damit wird der massiven Kritik des Clubs nach den schweren Baustellen-Unfällen der letzten Jahre Rechnung getragen.

"So positiv dieser Schritt auch ist, er kommt zu spät, ist zu langsam und reicht zuwenig weit", kritisiert Karl Obermair, Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung. Die Sanierung der Westautobahn ist über Jahrzehnte verschleppt worden und hätte nach ursprünglichen Konzepten spätestens 1999 abgeschlossen sein müssen. Auch der jetzt versprochene Fertigstellungstermin 2010 ist angesichts der Verkehrsentwicklung und den erwarteten Zuwächsen von 10 Prozent pro Jahr durch die EU-Osterweiterung unbefriedigend. Bei optimalem Baustellenmanagement, verglichen mit internationalen Maßstäben, müsste der Fleckerlteppich Westautobahn spätestens 2006 vollständig saniert sein. Auch auf der Südautobahn in NÖ müssen die Autofahrer zumindest ein Jahr länger mit einem gefährlichen Provisorium bei Guntramsdorf leben.

"Auch wenn jetzt erfreulicherweise die desolate West- und Südautobahn endlich saniert werden, darf durch diese Priorisierung das unverzichtbare Lückenschlussprogramm nicht neuerlich verzögert werden", betont Obermair. Längst überfällig sind vor allem der Bau der Wiener Südumfahrung B 301 samt 6. Donaubrücke und Anbindung Kaisermühlen, die Realisierung leistungsfähiger Straßenverbindungen nach Ungarn, Tschechien und die Slowakei, wie zum Beispiel die Spange Kittsee, und nicht zuletzt die österreichweite Sanierung einröhriger Gefahrentunnel, wie etwa Katschberg-, Tauern- und Bosrucktunnel.

"So positiv es ist, die zwei Milliarden aus der Vignettenverteuerung für die raschere Sanierung der West- und Südautobahn sind angesichts der Versäumnisse der Vergangenheit bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein. Die für Österreich unverzichtbare Infrastrukturoffensive muss weit darüber hinaus gehen und erfordert wesentlich mehr Mittel. Aber selbst dieses 10-Jahres-Verkehrspaket, das insgesamt rund 100 Milliarden Schilling kostet, wäre finanzierbar, würde man nicht nur die Vignettengelder sondern auch die Einnahmen aus den jüngst beschlossenen Mehrbelastungen für Autofahrer zweckgebunden verwenden. Im Sinne der Kostenwahrheit dürfen nicht nur die privaten Kraftfahrer zur Kassa gebeten werden. Durch die seit 5 Jahren verschleppte Einführung eines modernen Lkw Road-Pricing fehlen dem Straßenbau mittlerweile 15 Milliarden Schilling", bemängelt Obermair abschließend.

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