AK: Inflation treibt Mieten in die Höhe (1)

Richtwerte steigen ab April um rund 2,6 Prozent

Wien (AK) - Wohnen wird teurer: Die stark gestiegene Inflation treibt die Mieten in die Höhe. Ab April steigen die Mietzins-Richtwerte um fast 3 Prozent, betroffen davon sind vor allem jene, die derzeit eine Wohnung suchen und viele, die eine Richtwert-Wohnung haben. Aber auch alle Mieter in Kategoriewohnungen werden heuer noch durch eine Erhöhung der Mietzinse belastet: Schon im Juli wird die Indexsteigerung die Kategoriemieten um rund 5 Prozent erhöhen. Für eine durchschnittliche 70-Quadratmeter-Wohnung in Wien bedeutet das Mehrkosten von 150 Schilling im Monat. Ursache dafür ist die im vergangenen Jahr und heuer überdurchschnittlich hohe Inflationsrate von derzeit 2,6 Prozent. "Mehr als ein Viertel davon ist hausgemacht", kritisiert AK Präsident Herbert Tumpel, "und kommt von den Belastungspaketen der letzten Monate". Allein deshalb kommen die Mietensteigerungen um ein halbes Jahr früher, was die österreichischen Mieter rund eine Milliarde Schilling extra kostet. Tumpel fordert daher von der Bundesregierung, dass sie bei ihren Maßnahmen endlich auf die Inflationswirkungen achten soll. "Wir brauchen eine Reform des Mietrechts, die das Unwesen der unkontrollierbaren Zuschläge abschafft und Wohnen billiger macht", fordert Tumpel und warnt davor, dass ansonsten die steigenden Mieten die Inflationsspirale weiter treiben würden.

Die Inflation treibt die Mieten wesentlich stärker in die Höhe als in den vergangenene Jahren: Ab 1. April steigen die Mietenrichtwerte für private Wohnungsmieten im Schnitt um 2,6 Prozent. Damit ist die inflationsbedingte Verteuerung der Richtwerte doppelt so hoch wie im Jahr 2000 und fast viermal so hoch wie im Jahr 1999. Durchschnittlich erhöht sich damit ab 1. April 2001 der Mietenrichtwert um 140 Schilling pro Monat oder rund 1.700 Schilling im Jahr.

Die neuen Richtwerte nach Bundesländern in Schilling pro Quadratmeter:

bisher ab April
Burgenland 50,90 52,20
Kärnten 65,20 66,90
Niederösterreich 57,20 58,70
Oberösterreich 60,40 62,00
Salzburg 77,00 79,00
Steiermark 76,90 78,90
Tirol 68,10 69,80
Vorarlberg 85,70 87,90
Wien 55,80 57,20

Laut Mietrecht sind die für die Bundesländer ermittelten Mietenrichtwerte an den Verbraucherpreisindex gebunden und werden jährlich am 1. April angepaßt. Diese Richtwerte gelten dann für Neuvermietungen von privaten Mietwohnungen und für Altmieten, die mit dem Richtwert indexiert sind. In einigen Bundesländern und Städten lagen diese Richtwerte auch ohne die vielen zusätzlichen Zuschläge bereits letztes Jahr über den ohnehin teuren Marktmieten. Durch die ständigen inflationsbedingten Steigerungen der Richtwerte wird diese Mietenregulierung noch ineffizienter.

Betroffen von den Richtwerterhöhungen sind jene, die derzeit eine Wohnung suchen und ab April einen Mietvertrag abschließen aber auch jene, deren laufende Miete mit dem Richtwert indexiert ist - sie werden die Erhöhung ab Mai spüren.

Angesichts der heuer besonders starken Anhebung der Mietenrichtwerte fordert die AK erneut, daß das Richtwertmietsystem insgesamt neu gestaltet werden muß. "Die hohen Richtwerte und die vielen Zuschläge sind viel zu kompliziert und unklar. Die Vermieter können nahezu beliebige Zuschläge zum Richtwert verlangen", kritisiert AK Präsident Herbert Tumpel. Diese Zuschläge müssen nicht einmal im Mietvertrag angegeben werden. Auch die gesetzliche vorgesehene Mietenreduktion von 25 Prozent bei befristeten Mietverträgen ist damit wirkungslos.

Daher fordert die AK fordert eine Senkung der Mietenrichtwerte, eine Begrenzung der Zuschlagsmöglichkeiten und ein klare Mietenobergrenze, erklärt Tumpel.

(Forts.)

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