- 20.03.2001, 09:00:01
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- OTS0044
50% weniger Motorradunfälle realistisch!
Wien (OTS) - Nach der katastrophalen Motorradunfallbilanz 2000 mit
112 Unfalltoten starten nun engagierte Motorradfahrer gemeinsam mit
Sicherheitsexperten die unabhängige Initiative "Bikers' Project". Das
Team hat sich das nicht unbescheidene Ziel gesetzt, tatkräftig dabei
mitzuwirken, die Unfallzahlen der Biker innerhalb der nächsten drei
Jahre auf die Hälfte zu senken. Die Initiative wird vom BM für
Verkehr, Innovation & Technologie über den Österreichischen
Verkehrssicherheitsfonds, den Bundesländern NÖ, OÖ und Stmk sowie
Privatsponsoren gefördert und baut auf den Erkenntnissen einer
umfassenden Motorradfahrerbefragung auf.
Im Vordergrund der Sicherheitsinitiative stehen die
Verhaltensänderung durch effektive Bewusstseinsbildung sowie die
Entschärfung von Gefahrenstellen. Es wird also genau dort angesetzt,
wo mit der höchsten Effektivität gerechnet werden kann, ohne die Lust
am Biken in Frage zu stellen. Alle Projektmitarbeiter sind
schließlich selbst Biker.
Der Bikers' Project-Koordinator Mag. Michael Praschl zeigt sich
optimistisch: "Wir halten eine drastische Senkung der Zahl der
Motorradunfälle für durchaus realistisch, da - trotz stark steigender
Zulassungszahlen - einige Trends zu erkennen sind, die Hoffnung
aufkommen lassen:
a) Motorradfahren wird immer mehr zu einer Angelegenheit des
"Normalbürgers" und verliert sein Randgruppenimage. Die Nutzung des
Motorrades als reines Individualverkehrsmittel nimmt immer mehr zu.
Die Mehrheit der vernünftigen Biker will sich das Image durch die
höchstens 10% Raser nicht ruinieren lassen. "Extremisten" ziehen sich
zunehmend auf Renn- bzw. Rundstrecken zurück. Niemand hat etwas gegen
Raser auf solchen Strecken abseits des öffentlichen Verkehrs.
b) Die strikte Trennung zwischen Rundstrecke (sportliches,
wettbewerbsorientiertes Fahren) und Straße (genußvolles, risikoarmes
Fahren) wird sich weiter etablieren. Hier sind auch die
Motorradfirmen und -zeitschriften aufgerufen, diesen Trend zu
verstärken. Gabi Kirner, Veranstalterin von Sicherheitstrainings auf
Rundstrecken, bestätigt diesen Trend: "Immer mehr Biker bringen ihr
Motorrad mit dem Anhänger zur Rundstrecke und fahren entweder gar
nicht mehr auf öffentlichen Straßen oder z.B. mit einem gemütlicheren
Naked Bike."
c) Die Polizei, die Kraftfahrerclubs, die Motorradhersteller und
-händler ("Warm up Trainings"), die Stadt Wien (Aktion "Bike 2001")
und die Motorradorganisationen selbst engagieren sich zunehmend für
Sicherheit und bieten Fahrtrainings mit Blick- Kurven- und
Fahrlinientechnik, Gefahrenlehre und Bewusstseinsbildung an. Die
ebenfalls vom BM f. Verkehr, Innovation & Technologie geförderte
Trainingsaktion für Führerscheinneulinge "Road Experts" wird nun
verstärkt auch für Motorradfahrer angeboten.
d) Die Straßeninfrastruktur wird - langsam aber doch - besser an die
Situation der Motorradfahrer angepasst. Ing. Edwin Hofbauer von der
MAG - Motorrad AktionsGruppe: "Einrichtungen, die für mehrspurige
Fahrzeuge lebensrettend sein können, wirken sich auf viele der
mittlerweile 300.000 Motorradfahrer genau gegenteilig aus. Wir gehen
z.B. davon aus, dass viele Motorradtote auf Kollisionen mit
scharfkantigen Leitplankenstehern zurückzuführen sind. Die Lösungen
dazu sind bekannt und bewährt, nun muss die großräumige Umsetzung
erfolgen."
"Wenn alle engagierten Personen, Firmen, Organisationen und Medien
zusammenwirken, ist die Zielsetzung einer Reduktion der schweren
Motorradunfälle um 50% innerhalb der nächsten 3 Jahre durchaus
machbar," meint Praschl optimistisch.
Nähere Informationen: http://members.aon.at/mip (Bikers' Project)
Rückfragehinweis: Bikers' Project
Mag. Michael Praschl
Tel.: 01/494 80 60,
e-mail: praschl@aon.at
DI Heinz Lukaschek
BM. f. Verkehr, Innovation & Technologie:
Tel.: 711 62 1800
Ing. Edwin Hofbauer (Motorrad Aktions Gruppe)
Tel.: 0676 5407 955
Gabi Kirner (Champion Racing)
Tel.: 0664 435 50 03
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