Flüchtlingsorganisationen warnen: Betreuung von Flüchtlingen in Österreich völlig unzureichend

Wien, 19. März 2001(OTS) Während auf Europaebene die Mindeststandards der Aufnahme von Asylwerbern diskutiert werden, sinkt in Österreich die Zahl der Flüchtlinge in Bundesbetreuung kontinuierlich. Nur etwa ein Drittel der Flüchtlinge findet Aufnahme. Der Rest ist auf die Hilfe privater Organisationen angewiesen. Die österreichischen Flüchtlinsorganisationen fordern dringend eine Reform der äußerst unzulänglichen Versorgung.

Die wesentlichen Forderungen der Flüchtlingsorganisationen sind
der Rechtsanspruch für alle hilfsbedürftigen AsylwerberInnen sowie die Aufnahme in Bundesbetreuung vom Zeitpunkt der Asylantragstellung bis zur endgültigen Entscheidung im Asylverfahren.

Die mangelnde Versorgung von Flüchtlingen, während sie auf ein Ergebnis des Asylverfahrens warten, wird von Flüchtlingshilfsorganisationen seit Jahren immer wieder beanstandet. "Bisher ist es zu keiner Verbesserung gekommen", kritisiert Mag. Andrea Huber, Leiterin des Flüchtlingsreferates der Caritas Österreich. "Auch bundesbetreute Flüchtlinge werden in Österreich nur mangelhaft betreut, man sollte eher von einer ‚Verwahrung’ sprechen." Die Flüchtlingsorganisationen fordern deshalb, dass echte Betreuungsmaßnahmen stattfinden müssen.

Eines der größten Probleme der Flüchtlinge ist die fehlende medizinische Versorgung. Wer in Bundesbetreuung aufgenommen wird, ist krankenversichert. Wer aber nicht aufgenommen wird, muss bei medizinischen Notfällen darauf hoffen, dass sich ein Arzt findet, der ihn trotz fehlender Krankenversicherung behandelt.

"Bundesbetreuung muss jedenfalls auch für abgelehnte Asylwerber
bis zur Ausreise gewährt werden", verlangt Michael Bubik, Leiter des Evangelischen Flüchtlingsdienstes. "Die Menschen werden derzeit einfach ihrem Schicksal überlassen und stehen meist mittellos auf der Straße."

Unterbringung, Verpflegung und Betreuung sind nicht nur Minimalerfordernisse zur Wahrung der Menschenwürde, sondern auch grundlegende Voraussetzungen für ein faires Asylverfahren. "Österreich darf nicht warten, bis es durch eine Richtlinie der EU zur Sanierung der unzureichenden Versorgungslage gezwungen wird. Dass seit zehn Jahren über Verbesserungen nur diskutiert wird und nichts geschehen ist, ist beschämend", sagt Heinz Stieb, Volkshilfe Österreich. Dem schließen sich auch amnesty international, asylkoordination, Caritas Österreich, Beratungszentrum Modenapark, Evangelischer Flüchtlingsdienst und Verein Integrationshaus Wien an.

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