Cerwenka: Studiengebühren - Zwei-Klassen-Bildungsgesellschaft ist vorgezeichnet

St. Pölten, (SPI) - "Am blauschwarzen Regierungsbeschluss über die Einführung von Studiengebühren gibt es nichts zu verteidigen. Es ist purer Zynismus, wenn sich eine Bildungsministerin heute schützend vor die Belastungslawine für die Studentinnen und Studenten stellt und die Studiengebühren als ‚Eigenleistung‘ der Studierenden bezeichnet. 10.000 Schilling im Jahr sind für einen Kleinverdiener viel Geld -für Ministerin Gehrer aber wohl eine vernachlässigbare Größe", kommentiert der Bildungssprecher der NÖ Sozialdemokraten, LAbg. Helmut Cerwenka, die Aussagen von Gehrer in der ORF-Sendung "Im Journal zu Gast" vom vergangenen Samstag.****

Studiengebühren bedeuten für viele Familien ein jähes Ende des freien Bildungszuganges. Seit Jahrzehnten sind wir auf unser österreichisches Bildungswesen mit gutem Recht stolz. Junge Leute, gleichgültig ihrer Herkunft und der finanziellen Situation ihrer Eltern, haben sich in unserem Land auf Chancengleichheit verlassen können. Dies wird nun anders. "Diese Bundesregierung kostet vielen jungen Menschen in Zukunft die Chance auf eine bessere Ausbildung und bessere Jobs. Nicht die Intelligenz oder Fleiß werden dann die Kriterien für ein Studium sein, sondern einzig und allein die Dicke der Geldbörse", kritisiert Cerwenka.

Die Angriffe Gehrers auf die Studentinnen und Studenten sind jedenfalls strikt zurückzuweisen. Aus Jux und Tollerei verzögert niemand sein Studium, sogenannte Scheininskriptionen sind eine sehr kleine Größe. Die meisten jungen Menschen müssen nebenbei arbeiten, um sich das Studium finanzieren zu können und damit auch ihre Familien zu entlasten. So wurde erhoben, dass ein großer Teil der Studenten mit monatlich zwischen 3.000,- und 6.000,- Schilling auskommen muss. "Für viele Familien bedeuten nun 10.000,- Schilling Studiengebühren ein halbes Netto-Monatseinkommen. Aus der ‚sozialen Treffsicherheit wurde damit die ‚soziale Betroffenheit‘ für viele Familien und junge Menschen", so der SP-Politiker.
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