Greenpeace-Analysen: Futtermittel in Österreich enthalten bis zu 60% reine Gentech-Soja!

Statt peinlicher Kompetenz-Verweigerung: Molterer und Haupt müssen handeln!

Wien (OTS) - Greenpeace hat in Österreich in den vergangenen
Wochen breit angelegte Gen-Analysen bei Futtermitteln durchgeführt. Das Ergebnis ist alarmierend: In sämtlichen Proben wurden zum Teil erhebliche Mengen an Gentech-Soja gefunden. Auch die Analyse der Soja-Ladung auf dem von Greenpeace vergangene Woche in OÖ blockierten Schiff ergab einen Gentech-Anteil von mehr als 30 %. Für Herwig Schuster, Gentechnik-Experte von Greenpeace Österreich, ein erschreckendes Ergebnis: "Wir befürchten, dass ein Großteil der in Österreich verkauften Futtermittel Gentech-Soja einen hohen Anteil enthält. Und das ohne jede Kennzeichnung - Bauern und Konsumenten werden so zu ahnungslosen Opfern der Gentech-Industrie. Um diese unhaltbare Situation zu beenden, müssen die Minister Haupt und Molterer ihre peinliche Kompetenz-Verweigerung beenden und für einen raschen Stopp der anrollenden Lawine von Gentech-Soja sorgen!"

Greenpeace hat in den letzten Wochen 14 Futtermittel-Proben von den fünf großen österreichischen Herstellern Garant, Lagerhaus Klagenfurt, Tagger, Likra, Fixkraft gekauft bzw. aus einem Soja-Frachtschiff entnommen und durch das Umweltbundesamt auf Gentech-Bestandteile untersuchen lassen. Bei 13 der analysierten Mischfutter-Proben lag der Anteil an gentechnisch manipulierten Sojabohnen zwischen zehn und 63% der gesamten enthaltenen Soja. Eine Probe enthielt so geringe Mengen an Soja, wodurch der exakte Gentech-Anteil nicht quantifizierbar war.

"Die Analysen zeigen, dass weit mehr Gentech-Soja nach Österreich kommt als ursprünglich befürchtet", so Schuster weiter. "Der Gentech-Soja Import scheint nach dem Tiermehl-verbot nun regelrecht zu "explodieren" - und es könnte noch mehr werden. Einzelne Proben enthielten mehr als 60 % Gen-Soja. Dies ist ein weit höherer Gentech-Anteil als dem Anbau in den Exportländern entspricht. Rechnet man den von uns gemessenen durchschnittlichen Gentech-Anteil auf die gesamte Soja-Import-menge hoch, so würde das nicht weniger als 215.000 Tonnen Gentech-Soja pro Jahr in Österreich ergeben."

"Wenn die Bundesregierung dieser Gentech-Lawine weiterhin tatenlos zusieht, so handelt sie nicht nur krass gegen die Interessen der Bevölkerung, sondern zerstört auch die besonderen Markt-Chancen einer Gentechnik-freien Landwirtschaft im "Feinkostladen Österreich", betonte Schuster, "das Verantwortungs-Karussell zwischen Haupt und Molterer ist daher eine völlig inakzeptable Realsatire. Wenn die beiden für Landwirtschaft und Gentechnik zuständigen Minister sich weiterhin in dieser wichtigen Causa für nicht zuständig erklären, muss Bundeskanzler Schüssel einschreiten."

Die Analyseergebnisse sind im Internet abrufbar:
www.greenpeace.at

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Herwig Schuster, Gentechnik-Experte/
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