"Neue Zeit" Kommentar: "Dreier-Bund" (von Josef Riedler)

Ausgabe vom 18. 3. 2001

Graz (OTS) - Eine Woche noch, und dann wird man es nicht nur in
Wien sondern in ganz Österreich wissen: Die Bundeshauptstadt behält ihre starke sozialdemokratische Mehrheit und der Wiener Bürgermeister wird wieder Michael Häupl heißen. Daran kann auch der Umstand nichts ändern, dass der Wahlkampf den Wienern offenbar schon zu lange dauert. Lange Wahlkämpfe gehen meistens auf Kosten der führenden Partei. Und so nimmt es nicht Wunder, dass seriöse Meinungsforscher, die der Wiener SP noch vor vier Wochen bis zu 44 Prozent gegeben hätten, jetzt meinen, wenn für die SP ein Vierer vorne stehe, könne sie noch von Glück reden.

Der leichte SP-Rückgang während des Wahlkampfes ist für die erste Partei der Bundeshauptstadt kein ernstes Problem. Viel unerfreulicher scheint die Entwicklung für die Wiener VP zu laufen. Vor vier Wochen lag sie noch knapp vor der FP. Die Verhältnisse scheinen sich jetzt umgekehrt zu haben. Zwar wird die FPÖ gegenüber den letzten Gemeinderatswahlen eine ordentliche Schlappe einstecken müssen, aber von der ÖVP wird sie kaum überholt werden. Schuld daran ist VP-Spitzenkandidat Bernhard Görg: Er hat sich von der Bundes-VP in die Pflicht nehmen lassen und auf jeden Angriff auf die Wiener FP verzichtet. Schade, zumindest aus der Sicht der Befürworter von Rot-Schwarz. Und eine vergebene Chance der ÖVP, sich wenigstens in einem Bundesland aus der Haider-Umklammerung zu befreien. Aber vielleicht kann Häupl helfen, wenn er Görg in einen Dreier-Bund mit SP und Grünen einbezieht.

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