Bartenstein: Höhere Qualifikation ist geringeres Jobrisiko

Enquete "Moderne Qualifikation - sichere Arbeit: Die Wirtschaft braucht's - die Bildung schafft's"

Wien (BMWA-OTS) - "Die österreichische Wirtschaft kann auf ausgezeichnet ausgebildete Arbeiter zurückgreifen, und die Organisation der Facharbeiterausbildung gehört zu den wichtigsten Assets im internationalen Wettbewerb", erklärte Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein heute bei der Enquete "Moderne Qualifikation - sichere Arbeit: Die Wirtschaft braucht's -die Bildung schafft's". Höhere Qualifikation bedeute auch geringeres Risiko, von Arbeitslosigkeit betroffen zu werden.

Nach Unterlagen des Arbeitsmarktservice lag im Jahr 2000 die Arbeitslosenquote für Pflichtschulabsolventen bei 10,2%, mit Lehrabschluss 4,6%, für BMS-Absolventen bei 2,9%, für Maturanten bei 2,1% (AHS) bzw. 2,2% (BMS) und für Akademiker bei 1,4%.

Erfreut zeigte sich Bartenstein über die Tendenz zu höherer Schulbildung: Haben in der Altersgruppe 55-59 noch 25,8% lediglich Pflichtschulabschluss, so sind es in der Gruppe 25-29 nur mehr 14,4%. Eine Lehre haben hingegen 39,4% der älteren und 43,9% der jüngeren Vergleichsgruppe abgeschlossen. Weitere Vergleichszahlen: BMS: 9,8% gegenüber 11,0%,AHS 6,0% gegenüber 7,5%, BHS 8,7% gegenüber 14,3%, Hochschule 10,3 gegenüber 9,0% (die erste Zahl jeweils für 55-59, die zweite für 25-29).

Insgesamt ist es ein Ziel, dass der Anteil der Ausbildung über den Pflichtschulabschluss hinaus in den nächsten Jahren von 86% auf rund 90% gesteigert wird. Das heißt, dass neun von zehn Jugendlichen in den nächsten fünf Jahren eine Ausbildung über die Pflichtschule hinaus genießen sollen. Innerhalb der nächsten drei Jahre soll dabei die Anzahl der Lehrlinge in IT-Berufen von rund 2.500 auf 5.000 verdoppelt werden.

Aktuelle Aufgabe sei es jetzt, so Bartenstein, an der hohen Qualität der Ausbildung festzuhalten, zugleich aber mehr Flexibilität zu erreichen, Schlüsselqualifikationen zu vermitteln und Begabungen zu fördern. Gefragt seien von der Wirtschaft Kommunikation und soziale Kompetenz (Teamfähigkeit), Fremdsprachenkompetenz und kulturelle Kommunikationsfähigkeit, permanente Bereitschaft zu Weiterbildung und Computeralphabetismus (alle Fachkräfte brauchen eine IT-Basisbildung). Es gehe auch darum, dem Wandel von der Produktions- zur Dienstleistungsgesellschaft Rechnung zu tragen bzw. im verbleibenden Produktionsbereich die Tendenz von der reinen Fließbandarbeit weg durch höhere Qualifikationen zu färdern. Bartenstein begrüßt in diesem Zusammenhang die in letzter Zeit wieder steigende Zahl von Lehrverträgen und die weiter steigende Bereitschaft der Jugendlichen zu einer beruflichen Fachausbildung.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit reagiert darauf mit einer Flexibilisierung der Rechtsnormen. Vor allem im Bereich der Lehrlingsausbildung müsse nämlich auf eine wirtschaftliche und betriebliche Reaktionsmöglichkeit Bedacht genommen werden: Das bedeute neue Konzepte zur Erhöhung der Attraktivität der Lehre, neue Berufsbilder, mehr Flexibilität für den einzelnen Betrieb, Ausbildungspartnerschaften zwischen Lehrbetrieben, Forcierung der IT-Inhalte und dergleichen.

Die Wirtschaft könne von den Schulen nicht fertig ausgebildete Spezialisten erwarten, sondern sollte auf einer soliden Grundlage und einem fundierten Know-how der Schulabgänger zum Weiterlernen aufbauen können, schloss Bartenstein.

Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer betonte die Funktion der Bildung als eine Sicherung für Arbeitsplätze und Vollbeschäftigung und als eine wichtige Grundlage für die Entwicklung der Gesellschaft. Dabei gehe es heute nicht so sehr um Wissensvermittlung, sondern um Anleitung zur Teamarbeit und Aneignung von Problemlösungskapazitäten. Bildung und Wirtschaft müssten eine zukunftsorientierte Partnerschaft eingehen mit dem vorrangigen Ziel, jungen Menschen von Grund auf unternehmerisches und wirtschaftliches Denken mitzugeben.

Die Enquete "Moderne Qualifikation - sichere Arbeit: Die Wirtschaft braucht's - die Bildung schafft's" wurde gemeinsam von den Ministerien für Wirtschaft und Arbeit bzw. für Bildung, Wissenschaft und Kunst organisiert. Experten aus dem In- und Ausland beleuchteten von verschiedenen Seiten die Anforderungen der Wirtschaft an eine zeitgemäße Ausbildung. Die Enquete soll als Start einer Diskussion verstanden werden und ist eine Reaktion auf das Memorandum der Europäischen Kommission über lebenslanges Lernen. In den nächsten Monaten soll durch einen intensiven Dialog in diesen Maßnahmenbereichen ein Handlungskatalog für die Qualifikationsoffensive ausgearbeitet werden.

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