Wien will mit "Abgasradar" Umweltstinker aus dem Verkehr ziehen

TU-Wien hat ein neues Gerät zur Fernmessung von KfZ-Schadstoffen entwckelt.

Wien, (OTS) Stadtrat Fritz Svihalek hat am Freitag ein neues von der TU - Wien entwickeltes Gerät zur Fernmessung von KFZ - Emissionen der Öffentlichkeit präsentiert. Svihalek bezeichnete diese neuartige Methode der Abgasmessung als revolutionär und richtungsweisend für die weitere intensive Kontrolltätigkeit der Behörden im Zusammenhang mit der Fahrzeugsicherheit auf Österreichs Straßen im allgemeinen und auf Wiens Straßennetz im besonderen. Svihalek bekräftigte seine Absicht, noch intensiver Fahrzeugkontrollen gemeinsam mit der Polizei durchzuführen: "Egal, ob ein LKW als zu laut erkannt, ein LKW -Fahrer seine Ruhezeiten nicht einhält oder schwer wiegende Mängel an Fahrzeugen entdeckt werden, wir werden nicht locker lassen und weiterhin sehr scharf kontrollieren!"****

Grundsätzliche Bemerkungen zur Kontrolltätigkeit im Zusammenhang mit Überprüfungen der Grenzwerte der Schadstoffe von KFZ

Die durch den Verkehr hervorgerufenen Abgasemissionen wurden in der Vergangenheit durch gesetzliche Maßnahmen für die Genehmigung von Fahrzeugen in Europa stark reduziert. Österreich gehörte zu den ersten Ländern, die bereits vor 15 Jahren die Katalysatorpflicht eingeführt haben. Gleichzeitig hat Österreich richtungweisend die periodische Prüfung der Fahrzeuge ausgebaut:

Abgasprüfung der Fahrzeuge mit Katalysator von Anfang an Jährliche Abgasprüfung für alle Fahrzeuge
Erweiterter Prüfumfang für Fahrzeuge ohne Katalysator (Zündanlagenprüfung)

Damit zählt der Standard der österreichischen Fahrzeuge zu den höchsten in Europa. Die Prüfmethoden für KAT-Fahrzeuge, die von der Technischen Universität Wien gemeinsam mit den Prüfanstalten entwickelt wurden, gelten nunmehr in der gesamten Europäischen Union. Zur weiteren Verbesserung der Umweltqualität wurde begonnen, zusätzlich zur periodischen Fahrzeugprüfung, Fahrzeuge im Verkehr anzuhalten und hinsichtlich Abgasverhalten zu überprüfen. Dies entspricht auch den Intentionen des Europäischen Auto-Oil-Programms.

Was soll ein zukunftsweisendes System können?

1. Nur die tatsächlichen "Stinker" sollen gezielt erfasst und an

gehalten werden.
2. Der übrige Verkehr soll in keiner Weise gestört werden.
3. Effiziente Überwachung mit geringstem Personalaufwand.
4. Das System soll auch für künftige Abgasreinigungsmethoden (z.B.

DENOX-KAT) und künftige Grenzwerte geeignet sein.

Die Antwort ist die Fernmessung der Abgase der Fahrzeuge im Vorbeifahren.

Beschreibung und Funktionsweise des Messgeräts

Das Gerät ist samt Bedienplatz und Anzeigeinstrumenten in einem kleinen Anhänger eingebaut. Dieser wird am Fahrbahnrand abgestellt. Die Sensoren und ein Spiegel sind links und rechts der Fahrbahn aufgebaut. Ein für den Lenker nicht erkennbarer Lichtstrahl quer zur Fahrtrichtung wird durch die Abgaskomponenten beeinflusst. Die Änderungen werden analysiert. Es kann nun von jedem vorbei fahrenden Fahrzeug die relative Abgaszusammensetzung festgestellt werden.

Zunächst wurde ein, in den USA für benzinbetriebene Personenkraftwagen vorhandenes, System beschafft. Im Rahmen eines Auftrages des BMVIT an das Institut für Verbrennungskraftmaschinen und Kraftfahrzeugbau der TU-Wien wurde in Zusammenarbeit mit der Bundesprüfanstalt für Kraftfahrzeuge das System weiter entwickelt. Es ist derzeit weltweit das einzige System, das für den Europäischen Verkehr mit seinem hohen Dieselanteil geeignet ist. Es können nunmehr alle Fahrzeuge, mit Benzin- oder Dieselmotoren, sowie LKW und Busse, erfasst werden.

Gemessen werden derzeit folgende Emissionen

o Kohlenmonoxid (CO),
o unverbrannte Kohlenwasserstoffe (HC),
o Stickstoffmonoxid (NO) und die
o Trübung

Die Fahrzeuge können dabei mit einer Geschwindigkeit von ca. 30km/h bis 100km/h am Gerät vorbei fahren.

Großversuch der Stadt Wien hat gezeigt: 1 Prozent KFZ sind für ein Viertel sämtlicher KFZ - Schadstoffe verantwortlich

Im Jahre 2000 wurden an einigen Stellen in Wien in Zusammenarbeit des Amtes der Wiener Landesregierung (Magistratsabteilung 46), der Bundesprüfanstalt für Kraftfahrzeuge und des Institutes für Verbrennungskraftmaschinen und Kraftfahrzeugbau der TU-Wien derartige Abgasmessungen durchgeführt. Es wurden ca. 25 000 Fahrzeuge erfasst.
Um die Wohnbevölkerung nicht zu belästigen, wurden nur die 292 auffälligen PKW mit Benzin betriebenen Motoren angehalten und mittels Kurztest, wie er auch bei der §57a-Begutachtung durchgeführt wird, nachgeprüft.

Rund 28% der PKW ohne Katalysator und bis zu 15% der PKW mit Katalysator überschritten die Grenzwerte. Den Lenkern wurde empfohlen möglichst rasch eine Fach-Werkstätte aufzusuchen. Strafen wurden nicht verhängt.

Das herausragende Ergebnis war jedoch: 5% der Fahrzeuge verursachen genau soviel Beeinträchtigung der Luftqualität wie die restlichen 95%! 1% der Fahrzeuge ist verantwortlich für fast ein Viertel der Gesamtemissionen! Wenn wir die Luftqualität entscheidend verbessern wollen, müssen wir hier ansetzen.

Man sieht, dass in etwa die Hälfte der Emissionen von ungefähr 5% der Fahrzeuge stammen und nur etwa 1% der Fahrzeuge deutlich höhere Emissionen aufweisen, aber ungefähr 22% der Gesamtemissionen verursachen. (Schluss) hl

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