Landwirtschafts-Budget 2002: Die Verlängerung der Krise

GLOBAL 2000, Greenpeace, Vier Pfoten, WWF: "Unser Agrarsystem ist krank. Mit diesem Budget wird es nicht therapiert."

Wien (OTS) - Anlässlich der heutigen Ausschussberatung zum Agrarbudget 2002 im Parlament analysierten die Organisationen GLOBAL 2000, Greenpeace, Vier Pfoten und WWF die Fehler der geplanten Agrarsubventionen, deren negative Auswirkungen auf die Umwelt, die Verantwortlichkeit dafür sowie Handlungsbedarf.

"Die geplanten 18 Mrd. öS an Agrarförderungen für Österreichs Bauern können weder Lebensmittelkrisen noch Bauernsterben verhindern" ist Simone Lughofer, Landwirtschaftsexpertin des WWF Österreich, besorgt: "Im Budgetentwurf für 2002 hat sich im Vergleich zu 2001 so gut wie nichts geändert. Trotz Landwirtschaftskrise setzt Minister Molterer weiterhin auf "Wachsen oder Weichen". Es werden wieder hauptsächlich die großen und intensiven Betriebe gefördert".

Mona Naderer von den Vier Pfoten kritisiert, dass die Investitionsförderungen für tierfreundliche Systeme sogar gesunken sind. Machten sie 1998 noch 20 % aus, so sanken sie im Jahr 1999 auf 15%. Die Tierschützer fordern, dass im Budget 2002 sämtliche Agrarförderungen an Mindeststandards für artgerechte Tierhaltung gebunden werden.

Thomas Fertl, Gentechnik-Sprecher von Greenpeace, warnt vor dem Einzug der Gentechnik durch die Hintertür. Durch den Ersatz von Tiermehl mit Soja droht der Import von Gentech-Soja in Österreich heuer auf 550.000 Tonnen zu steigen. "Dies steht im krassen Widerspruch zu den Interessen der Bevölkerung, die sich im Gentechnik-Volksbegehren klar dagegen ausgesprochen hat", so Fertl. "Die Agrarpolitik fördert Gentech-Futtermittel indirekt und gibt damit der Gentechnik-freien Landwirtschaft keine Chance", analysiert Fertl.

Iris Stutzmann von GLOBAL 2000 kritisiert die Umweltschäden der intensiven Landwirtschaft. So betragen allein die Folgekosten für Grundwassersanierung jährlich 400 Mio. öS, die BSE-Krise hat Österreich insgesamt bisher fast 800 Mio. öS gekostet. Trotzdem wird das Budget für den Biolandbau, der diese Sanierungskosten verhindern würde, nicht erhöht.

Die Organisationen fordern daher für das Budget 2002:

1. Umschichtung der Förderungen von Intensivlandwirtschaft und Großbetrieben hin zu einer Ökologisierung der Landwirtschaft.

2. Zweckbindung von 2,5 Mrd. Schilling aus dem Budgetansatz Ländlichen Entwicklung für die Biologische Landwirtschaft.

3. Mindeststandards bei sämtlichen Agrarförderungen: Artgerechte Tierhaltung, gentechnikfreie Produktion sowie ökologische Mindestkriterien.

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