SLÖ appelliert an Parlamentsparteien, neues Lehrerdienstrecht abzulehnen

Wien (SK) Die Bundesleitung des SLÖ hat in einer mehrstündigen Diskussion zum neuen Lehrerdienstgesetz festgestellt, dass dieses letztendlich zu massiven Kürzungen im Bildungsbereich beiträgt. Selbst Bildungsministerin Gehrer musste eingestehen, dass trotz LDG-neu rund 2100 Dienstposten (statt 2.900) im Schuljahr 2001/2002 an den Pflichtschulen eingespart werden, erklärte der Vorsitzende der SLÖ, Reinhard Dumser. "Diese Kürzungen stellen einen radikalen Bildungsabbau dar", so Dumser. Der SLÖ empfiehlt daher den Parlamentsparteien, gegen das neue Dienstrecht zu stimmen. ****

Die Kritik des SLÖ im Detail:

1. LehrerInnenebene
* Was die Unterrichtsverpflichtung der APS-LehrerInnen anlangt ist das LDG neu an sich lehrerfreundlich. Trotzdem ist fest zu halten, dass einzelne LehrerInnengruppen einer Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung entgegen sehen.
* Bildungsabbau und LDG neu verunsichern die LehrerInnen: "speed kills" ist keine Methode der Implementierung völlig neuartiger Systeme.
* Der sogenannte "C-Topf": hängt am "good will" des Dienstgebers. Viele bislang freiwilligen Leistungen der LehrerInnen könnten hier verpflichtend verlangt werden. Langjährige Forderungen der Gewerkschaft nach Anerkennung mannigfaltiger Leistungen der LehrerInnen sind damit aufgegeben.
* Das neue LDG sieht keinerlei Leistungsanreize für besonders engagierte LehrerInnen vor.
* Viele junge LehrerInnen trauen sich nicht in Karenz zu gehen (Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes).
* PÄDAK-StudentInnen sind durch die Kürzungen in den Stellenplänen ohne Berufsperspektive.
* Für eine erhebliche Anzahl junger LehrerInnen steht ein Wechsel des Arbeitsplatzes ins Haus, manche LehrerInnen werden zu "WanderlehrerInnen", weil sie zur Erfüllung ihrer Lehrverpflichtung nicht ausreichende Stunden zur Verfügung haben.
* Es besteht die Gefahr der "Verländerung" der Lehrverpflichtung (unterschiedliche Unterrichtsverpflichtung in den einzelnen Bundesländern).
* Die Kontrolle der Tätigkeiten aus dem "Topf C" degradiert die SchulleiterInnen und SchulaufsichtsbeamtInnen zu BuchhalterInnen.

2. SchülerInnenebene
* Durch die vom Finanzminister diktierten Einsparungsmaßnahmen im Bildungsbereich kommt es zu Angebotsreduktionen.
* Die KlassenschülerInnenzahl muss erhöht werden. Das bedeutet weniger Zeit für den einzelnen Schüler/die einzelne Schülerin und weniger individuelle Betreuung.
* Insbesondere die Entfaltung der "dynamischen Fähigkeiten" (Methoden-, Kommunikations- und Teamkompetenz) erfordert eine vernünftige Lehrer-Schüler-Relation). Diese ist nicht mehr im gleichen Ausmaß wie bisher gewährleistet.
* Förder-, Individualisierungs- und Stützmaßnahmen für Kinder leiden unter dem LehrerInnenabbau.
* Ein Ausbau des Angebots an bilingualen Schulen bzw. Schulstandorten mit verstärkter Sprachförderung wird nicht möglich sein.
* Die Gefährdung der Vielfalt des Grundschulangebots droht (z.B. Jahrgangsheterogene Systeme).

Der SLÖ kommt daher zum Schluss: "Derzeit kommt es in Österreich zu einer deutlichen Verschlechterung von Bildung an sich. Der SLÖ lehnt solch eine Entwicklung ab und fordert daher die Abgeordneten, insbesondere jene der SPÖ auf, das LDG-neu abzulehnen! Der SLÖ steht zu einer Reform des LDGs und sieht sich als Ansprechpartner für alle LehrerInnen. Der SLÖ steht jedoch für Kürzungen im Bildungsbereich nicht zur Verfügung." (Schluss) wf/mm/mp

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