OeKB- und EIB-Experten orten große Chancen für die Wirtschaft in Jugoslawien

Rudolf Scholten (OeKB): "Wollen erster Versicherer bei Jugoslawien-Geschäften sein" - Ewald Nowotny (EIB): "Langfristige Darlehen für Südosteuropa"

Wien (PWK200) - "Zum zweiten Mal innerhalb einer Generation öffnet sich ein großer Markt. Das ist eine historische Chance, die es zu nützen gilt". Mit diesen Worten eröffnete Rudolf Scholten, Vorstandsmitglied der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB), heute Mittwoch, seinen Vortrag im Rahmen der Veranstaltung "Chancen und Projektfinanzierung in Südosteuropa" in der Wirtschaftskammer Österreich. "Wenn die Politik in Jugoslawien weiterhin stabil bleibt, werden wir eine Entwicklung erleben, die deutlich schneller sein wird, als jene der osteuropäischen Staaten und das obwohl die Ausgangslage schlechter ist. Die Gründe dafür liegen erstens in einer enormen Motivation und zweitens in der anderen Vergangenheit. Vor zehn Jahren, also bevor es zu all den Ausschreitungen gekommen ist, war man in Jugolslawien schließlich schon annähernd auf mitteleuropäischen Niveau", so Scholten weiter.

Die momentane Entwicklung sei aber auch eine neue Chance für die Außenpolitik der EU. "Wenn es der EU gelingt außenpolitisch verstärkt gemeinsam aufzutreten, dann ergibt sich am Balkan eine nicht zu unterschätzende wirtschaftliche Chance für die Union", zeigte sich Scholten trotz der im Augenblick eher tristen Situation optimistisch. Für die OeKB besteht kein Zweifel, dass man als "Hilfsmotor im Großmotor" mitarbeiten will. Man will der erste Versicherer bei den künftigen Jugoslawien-Geschäften sein. "Nach Beendigung der Krise am Balkan und mit der Einführung der neuen Regierung in Jugoslawien ist diese Region in einem Tal der internationalen Aufmerksamkeit verschwunden. Diese "Unaufmerksamkeit´ gilt es zu nutzen umso einen Vorsprung für die österreichische Wirtschaft herausholen zu können", so Scholten abschließend.

Auch für Ewald Nowotny, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB), ergeben sich in Zukunft Chancen für Österreich. Die EIB, die sich innerhalb der Aufgabenaufteilung beim wirtschaftlichen Wiederaufbau Südosteuropas vor allem dem Ausbau der Infrastruktur widmet, hat alleine im Jahr 2000 36 Milliarden Euro (495 Milliarden Schilling) an Finanzierungen abgegeben und ist somit die größte öffentliche Entwicklungsbank der Welt. Bei den Kandidatenländern Südosteuropas sind hauptsächlich langfristige Darlehen das primäre Produkt der EIB. Der zweite Bereich sind Globaldarlehen für kleinere Projekte bis 10 Millionen Euro (137 Millionen Schilling) die meist als Kredite an Banken vergeben werden, die dieses Geld selbst wieder als Kredite weitergeben. Die EIB trägt aber bei allen Projekten, an denen sie beteiligt ist, selbst immer nur 50 Prozent des Gesamtbudgets.

Das größte Projekt an dem die EIB zur Zeit in Südosteuropa teilnimmt, ist der Straßenbau, in den fast 75 Prozent der Investitionen fließen. Die restlichen Gelder werden vor allem für den Schienen- und Energiebereich verwendet. Seit 1. März 2001 werden von der EIB, die sich selbst als projektorientierte Bank bezeichnet, Informationen zu den einzelnen Projekten früher als bisher ausgeschrieben, was wiederum den interessierten Unternehmen zu Gute kommt. (WG)

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