Schwarzböck: Niedriger Produzentenpreis für Rindfleisch nicht gerechtfertigt

Minus 25 % bei Bauern, aber gleich hohe Preise im Handel

Wien, 15. März 2001 (AIZ). - "Seit Beginn der BSE-Krise sind die Erzeugerpreise für Rindfleisch in Österreich, obwohl bis heute kein einziger BSE-Fall aufgetreten ist, um mehr als 25 % zurückgegangen. Die Marktentwicklung jedoch ist, wie die Schlachtzahlen zeigen, stabil. Die Preise für die Konsumenten hingegen sind sogar leicht gestiegen. Der niedrige Produzentenpreis für Rinder, der auch nicht an die Konsumenten weitergegeben wurde, ist durch nichts zu rechtfertigen. Es ist jedenfalls kein partnerschaftliches Verhalten, die gewaltige Vertrauenskrise auf dem Sektor der Lebensmittelsicherheit als günstige Gelegenheit für schnelle Profite auf Kosten der Bauern zu nützen. Wir verlangen daher von den übrigen Marktteilnehmern in Verarbeitung und Handel einen fairen Anteil am Markterfolg", stellte heute der Vorsitzende der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern, Rudolf Schwarzböck, fest. ****

Die Marktentwicklung bei Rindern ist seit Wochen stabil bis leicht ansteigend. Konkret nehmen die Schlachtungen seit Jahresbeginn kontinuierlich zu und liegen derzeit mehr als 10 % über dem Vorjahr. Die Preisentwicklung dagegen zeigt deutlich nach unten: Für Jungstiere wurden im Jahr 2000 knapp ATS 40,- pro kg bezahlt, heute erlösen die Bauern für diese Tiere rund ATS 30,- pro kg. Bei Kühen sank der Preis im Jahresvergleich von ATS 26,- auf unter ATS 20,-, bei Kalbinnen im selben Zeitraum von ATS 34,- auf ATS 25,- pro kg.

Bauern in finanzieller Bedrängnis

"Die Bauern sind durch die BSE-Krise und die sinkenden Produzentenpreise ohnedies bereits unverschuldet in arge finanzielle Bedrängnis geraten. Und nach wie vor fehlt eine dauerhafte Finanzierung der BSE-Folgekosten. Diese finanzielle Belastung, die sich durch die BSE-Tests, die Entsorgung von Tiermehl und die Einrichtung der Lebensmittelagentur ergeben, kann keinesfalls bei den Bauern hängenbleiben. Hier erwarten wir uns eine rasche Zusage von Bund und Ländern, weil es sich um Maßnahmen im Sinne der Verbrauchersicherheit handelt", ergänzte Schwarzböck.

"Der Rinderpreis muss wieder steigen, der Markt gibt das auf jeden Fall her. Dies ist kein unbilliges Verlangen der Bauern, sondern das Einmahnen eines gerechten Anteiles. Das Bekenntnis aller Marktteilnehmer zu Lebensmittelqualität und Lebensmittelsicherheit, um das Vertrauen der Verbraucher wieder nachhaltig zu festigen, bedarf auch eines fairen Verhaltens aller auf dem Markt. Sonst verlieren die Konsumenten rasch wieder das Vertrauen, wenn sie merken, dass einige auf ihre Kosten und auf Kosten der Bauern Profitmaximierung betreiben", so Schwarzböck abschließend. (Schluss)

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