Bundesregierung - Keine Konzepte in der Gesundheitspolitik?

ÖGB Driemer: Verantwortungsvolle und gezielte Gesundheitsvorsorge bringt enorme Kostenreduktion - trotzdem keinerlei Reaktionen der Bundesregierung

Wien (GBH/ÖGB). "Die Versäumnisse der Bundesregierung in Fragen der Gesundheitspolitik sind eklatant, und das, obwohl hinlänglich bekannt ist, dass eine wirksame Gesundheitsförderung den Staatshaushalt mittel- und langfristig wesentlich mehr entlasten würde als alle zur Zeit diskutierten und großteils bereits beschlossenen Belastungen für die ArbeitnehmerInnen", so der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz und ÖGB-Vizepräsident Johann Driemer.++++

Gerade Bauarbeiter sind - als Berufsgruppe mit der höchsten Unfallgefährdung und enormen beruflichen Belastungen - von einer Vernachlässigung der Gesundheitsvorsorge massiv betroffen. Das durchschnittliche Pensionsalter der Bauarbeiter liegt krankheitsbedingt bei 57 Jahren, ein großer Teil der Bauarbeiter muss in die Invaliditätspension gehen. Hauptursachen sind Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, Herz- und Kreislauferkrankungen, Hautschäden, Stress, Lärm und die oft zu schweren Baustoffgewichte.

"Alle diese Erkrankungen und ihre Ursachen könnten durch eine nachhaltige Gesundheitspolitik deutlich reduziert werden - dies erspart viel menschliches Leid und enorme volkswirtschaftliche Kosten", ist Johann Driemer überzeugt."Wie eine von der Gewerkschaft Bau-Holz in Auftrag gegebene Studie beweist, belasten die Folgekosten von arbeitsbedingten Erkrankungen und Arbeitsunfällen allein im Sektor Bau die Volkswirtschaft mit 17 Milliarden Schilling jährlich!"

"Gerade für Schwerstarbeiter, die z.B. im Baubereich zahlreich vertreten sind, muss deutlich mehr getan werden. Nur mit einer gezielten und weitblickenden Gesundheitsvorsorge kann die Situation dieser Menschen verbessert werden Auch hier gibt es zahlreiche Vorschläge der Gewerkschaft Bau-Holz. Individuelle Gesundheitsbetreuung und wiederkehrende Schulungen, beginnend bereits in der Lehrlingsausbildung, sowie permanente Weiterbildung aller Verantwortlichen in bezug auf Gesundheitsvorsorge und ArbeitnehmerInnenschutz sind unerlässlich. Außerdem müssen die politisch Verantwortlichen dafür Sorge tragen, dass die Rahmenbedingungen - Arbeitsumgebung, Gesundheitsvorsorgemöglichkeiten, ausreichende arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Betreuung etc. - für die Betroffenen optimiert werden und dass das österreichische Gesundheitssystem nicht weiter ausgedünnt wird", so Driemer.

"Im Namen der 250.000 Bau- und HolzarbeiterInnen in Österreich fordern wir die Bundesregierung auf, endlich eine zukunftsorientierte Gesundheitspolitik zu vertreten, statt das österreichische Gesundheitssystem und die präventive Betreuung der ArbeitnehmerInnen an allen Ecken und Enden massiv zu beschneiden", so Driemer abschließend.

ÖGB, 15. März 2001
Nr. 193

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