Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik/Kirche "Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar "Kapellari - Sprung an die Spitze

Ausgabe vom 15. März 2001 Klagenfurt (OTS) - Kapellari - Sprung an die Spitze. Nach Kirchenmitgliedern gerechnet ist Graz die zweitgrößte Diözese Österreichs. Seit gestern steht ihr ein bedeutender Bischof - Egon Kapellari - vor. Ob sich der kunstsinnige, behutsam-konservative, kontrolliert-liberale Oberhirte damit auf dem Höhepunkt seiner Karriere befindet, bleibt abzuwarten. Zur Zeit jedenfalls wird er in Insiderkreisen als "zweiter Mann" der katholischen Kirche "gehandelt". Der Sprung an die Purpurspitze mag zwar nicht aktuell, aber auch nicht illusionär sein. Glückwünsche wurden Kapellari aus vielerlei Lagern übermittelt. Jörg Haider, den der Bischof gelegentlich mit vorsichtig-wortloser Mahnung bedacht hat, strich insbesondere die Bedeutung Kapellaris für das Kärntner Kulturleben hervor - ein Kulturleben übrigens, dessen gelegentlich "ungehorsame" und damit umso wichtigere Äußerungen der ehemalige FP-Obmann bekanntlich nicht nur nicht schätzt, sondern sogar zu verhindern trachtet. Unbekannt ist, wer Kapellari hierzulande nachfolgt. Dass sich Rom mit einer Neubesetzung oder zumindest Namensnennung Zeit lässt, wirft ein klammes Licht auf die häufig genug unerquickliche "Unternehmenskultur" des Vatikans. Chronisten sind vorläufig also auf Gerüchte angewiesen. In dieselben ist Bischof Laun eingebunden. Kapellari soll den Wechsel - wiederum Gerüchten zufolge - davon abhängig gemacht haben, dass Laun nicht sein Nachfolger wird. Seinen Gang nach Graz-Seckau betrachtet er als "Opfer". Womit er auf seine -ungemein vorsichtige, verschlüsselte - Art möglicherweise sehr viel sagt.

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