"Kleine Zeitung" Kommentar: "Erregung" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 15.3.2001

Graz (OTS) - Der erst zwei Wochen danach so recht anschwellenden Erregung über seine Aschermittwoch-Rede im Innviertel hat Jörg Haider gestern mit der Bemerkung, der Steuerzahler brauche nicht "für die schlampige Wirtschaft des Herrn Muzicant" aufzukommen, neue kräftige Nahrung zugeführt.

Es ist ja geradezu eine Gesetzmäßigkeit seines Verhaltens, dass er nie einlenkt, etwas zurücknimmt oder sich gar entschuldigt. Er setzt im Gegenteil noch eins drauf.

Haider versuchte allerdings - da er nicht vor der verführischen Masse in einem Bierzelt agierte - auf die Sache und nicht auf die Muzicants ambivalente Rolle bei den Verhandlungen in den USA über die NS-Entschädigungen etwa oder auf die Immobilienwirtschaft der Kultusgemeinde und ihre Forderungen an die Republik.

Die Invektive von Ried war nicht nur geschmacklos, sie hatte auch zweifellos einen antisemitischen Unterton, der in einem zivilisierten Land nicht erlaubt sein darf. Seit dem Aschermittwoch kann es daher keine sachliche Debatte darüber geben, denn jede Kritik an Muzicant steht nun von vornherein unter dem Verdacht, antisemitisch zu sein. ****

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035
email: redaktion@kleinezeitung.at
www.kleinezeitung.atKleine Zeitung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKZ/OTS