Grillitsch: Ausschreibung für Agrarstrom-Pool gestartet

Für Bauern soll Strom günstiger werden - Atomstromlieferanten von Ausschreibung ausgeschlossen

Wien, 14. März 2001 (AIZ). - "Bisher haben hauptsächlich die Industriekunden von der Strommarktliberalisierung profitiert. Durch die Bündelung der Stromnachfrage sollen auch die Bauern in den Genuss günstigerer Strompreise kommen. Die Landwirtschaftskammern treten damit als erste Interessenvertretung österreichweit auf, um für ihre Mitglieder im gesamten Bundesgebiet einheitliche und günstige Stromtarife zu erreichen", erklärte heute Fritz Grillitsch, Vorsitzender des Energieausschusses der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern Österreichs. ****

Schon vor dem Liberalisierungszeitpunkt 1. Oktober 2001 setzen nun die neun Landwirtschaftskammern gemeinsam mit der Präsidentenkonferenz konkrete Aktivitäten zur Senkung der Energiekosten für die heimische Land- und Forstwirtschaft. In einer offenen Ausschreibung werden derzeit sowohl österreichische als auch ausländische Energieversorger eingeladen, die Betriebe ab dem 1. Oktober mit Strom zu versorgen. Mit den Bestbietern wird nach Verhandlungen ein Rahmenvertrag abgeschlossen. Landwirtschaftliche Betriebe können dann in diesen Rahmenvertrag einsteigen, um rechtzeitig vor dem 1. Oktober 2001 einen neuen Stromlieferanten zu haben.

"Einer Vielzahl von Abnehmern steht auf dem Strommarkt nur eine Handvoll Anbieter gegenüber, die sich zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Strommarkt durch Zusammenschlüsse und Kooperationen weiter konzentrieren. Um dieser Branche überhaupt als Verhandlungspartner gegenübertreten zu können, müssen die Land- und Forstwirte gemeinsam durch Bündelung der Nachfrage in einem Strompool auftreten, um den günstigsten Strompreis zu erzielen. Von der Ausschreibung ausgeschlossen sind jedoch Atomstromlieferanten", bekräftigte Grillitsch.

Gesetzliche Grundlage

Während sich bisher die Stromkunden innerhalb eines Versorgungsgebietes ihren Stromlieferanten nicht aussuchen konnten, wird ab 1. Oktober 2001 auf Grund der vollständigen Liberalisierung des österreichischen Strommarktes jeder land- und forstwirtschaftliche Betrieb seinen Strom dort kaufen können, wo er am billigsten angeboten wird. So sieht es die Novelle des Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetzes, kurz ElWOG, vor. Ähnlich wie im Bereich der Telekommunikation wird so durch Konkurrenz zwischen den Stromanbietern der Wettbewerb um Kunden einsetzen können.

Weiterhin vom Wettbewerb ausgenommen bleiben die Leitungsnetze, die auch künftig als "natürliche Monopole" bleiben. Die Kosten für die Benutzung der Netze, die bis jetzt Bestandteil des Stromtarifes waren, werden den Netzbetreibern durch Fixpreise, die vom Wirtschaftsminister bestimmt wurden, gesondert abgegolten. Dadurch ist sichergestellt, dass auch weiterhin die Infrastruktur für die Stromdurchleitung aufrechterhalten wird und dem Stand der Technik entspricht.

Vorsicht bei langen vertraglichen Bindungen

"Im Hinblick auf die bevorstehende Liberalisierung werden die Elektrizitätsversorgungsunternehmer natürlich noch versuchen, die Gunst der Stunde zu nutzen und landwirtschaftliche Kunden durch bescheidene Preissenkungen über den Liberalisierungszeitpunkt hinaus vertraglich zu binden. Diese lange vertragliche Bindung steht meist in keinem Verhältnis zu den angebotenen Preissenkungen. Eine Bindung, die über den 1. Oktober 2001 hinausgeht, sollte genau überlegt werden, da dadurch die Chance, am österreichischen Bauernstrompool teilzunehmen, nicht von Anfang an genutzt werden kann", warnte Grillitsch abschließend. Die Landwirtschaftskammern und die Präsidentenkonferenz werden die Landwirte in den kommenden Monaten über die Vorteile des liberalisierten Strommarktes im Detail informieren.
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