MOLTERER: ÖKOLOGISCH SENSIBLE GEBIETE BRAUCHEN MASSGESCHNEIDERTE VERKEHRSLÖSUNGEN 3

Internationale Tagung diskutiert Entlastungsmöglichkeiten für empfindliche Regionen

Wien/Eisenstadt (OTS) - In ökologisch sensiblen Gebieten müssen strengere und umfassendere Verkehrsmaßnahmen möglich sein als im Regelfall. Gerade solche empfindlichen Regionen werden durch die steigenden Verkehrsflüsse überdurchschnittlich stark belastet. Dort sind maßgeschneiderte Verkehrslösungen notwendig, die auf den Wert und die Labilität der Region Rücksicht nehmen. Das erklärte Umwelt-und Landwirtschaftsminister Mag. Wilhelm Molterer heute, Mittwoch, bei der internationalen Konferenz "Sensible Gebiete - eine Herausforderung für Umwelt und Verkehr in Europa" in Eisenstadt.****

Als Beispiel nannte er den Alpenraum, der von großen internationalen Verkehrsachsen durchzogen wird. Auf der Haupttransitroute über den Brenner hat sich der Lkw-Transit in den letzten 30 Jahren mehr als versechsfacht, während der Bahngütertransit sich im selben Zeitraum nur verdoppelt hat. Studien rechnen im Lkw-Nord-Süd-Transit mit einer Verdoppelung, wenn der derzeitigen Trend beibehalten wird. Eine von OECD, UNEP und Österreich durchgeführte Studie zeigt, dass sich bis 2030 in Mitteleuropa der Autoverkehr verdreifachen könnte, während Bahn und öffentlicher Verkehr stagnieren. Der Lkw-Verkehr könnte sich vervierfachen, während der Güterverkehr auf der Schiene und per Binnenschiff stagniert. Trotz technischen Fortschritts würden sich die CO2-Emissionen verdoppeln.

Für sensible Regionen, die von Verkehr über Gebühr betroffen sind, zeige eine im Rahmen dieser Konferenz vorgestellte Studie eine Palette von möglichen Entlastungen auf, sagte Molterer. Als Sofortmaßnahmen kämen beispielsweise Tonnage- und Nachtfahrverbote für Transit-Lkw, die Forcierung der Bahngüter- und Kombiverkehrs sowie die Anlage von Begleitwegen für den Landwirtschafts- und Radverkehr in Frage. Mittelfristig sei die Umsetzung eines "Masterplans" für nachhaltigen Verkehr unumgänglich, der alle Verkehrsarten einbezieht und allfällige Straßenumbauten oder Umfahrungen ins Kalkül zieht. Große Leitprojekte für umweltverträgliche Verkehrslösungen sollten von Bund, Land und EU gemeinsam verwirklicht werden und grenzüberschreitende Kooperationen einbeziehen. Hochleistungsstraßen durch sensible Regionen sollten, so Molterer, vermieden werden, da sie in der Regel regionsfremden Transit anziehen.

Im Sinne der von der EU formulierten Integration von Umweltaspekten in alle Politikfelder müssen in der Verkehrspolitik Umweltziele gleichrangig berücksichtigt werden wie ökonomische und soziale Ziele, betonte der Minister. Für sensible Gebiete besonders wichtig seien die Forcierung emissionsarmer Fahrzeugtechnologien und alternativer Antriebe, der Ausbau und die Attraktivierung umweltfreundlicher Verkehrsarten, eine flächensparende Gestaltung der Infrastruktur und der Aufbau von regionalem Mobilitätsmanagement. In diesem Zusammenhan hob Molterer hervor, dass auf EU-Ebene die Abgasstandards für Pkw, Lkw und Motorräder massiv verschärft werden und die Kraftstoffqualitäten deutlich verbessert werden. Österreich habe überdies den Weg für eine Beimischung von Biodiesel zu fossilem Diesel gesetzlich geebnet. Die Verwendung von reinem Biodiesel sei vor allem in empfindlichen Gebieten die ökologisch beste Lösung.

Daneben seien auch Maßnahmen auf überregionaler und internationaler Ebene erforderlich. So etwa habe sich die UN-Wirtschaftkommission für Europa (UN-ECE) maßgeschneiderte Verkehrslösungen für ökologisch sensible Gebiete zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit gemacht. Auch die Alpenkonvention mit dem im Vorjahr unterzeichneten Verkehrsprotokoll stelle entscheidende Weichen für einen verbindlichen Schutz der sensiblen Alpenregion und bedeute einen großen Erfolg für die Umweltpolitik.

(Schluss)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft,
Umwelt und Wasserwirtschaft, Pressestelle
Tel: 01-71100/6703

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MLA/OTS