Donnerstag, 15. März: Europäischer Tag der Konsumentenrechte

Tierschutzverein CANIS plädiert für Umdenken in der Nahrungsmittelproduktion

Wien (OTS) - Die Europäische Kommission stellt den European Consumer Day dieses Jahr unter das Motto "Lebensmittelsicherheit -Lebensmittelqualität". Auch CANIS nimmt dieses symbolische Datum zum Anlaß, Alternativen aufzuzeigen, die Auswege aus dem Teufelkreis Umweltschädigung, Fleischindustrie, Tierseuchen bzw. Verunsicherung der Konsumenten möglich machen. Zum einen verweisen wir auf das "PROFETAS"- Projekt in den Niederlanden, zum anderen auf den biologisch-veganen Landbau, der auch in Österreich verstärkt Interesse weckt.

"Die Zeit drängt nach Lösungen", mit diesen Worten beschreibt der Lebensmitteldesigner Wim Jongen die Intention des "PROFETAS"-Projektes. Das Kürzel steht für Protein Foods, Environment, Technology and Society und beschreibt einen vor kurzem in den Niederlanden angelaufenen interdisziplinären Versuch, der die Auswirkungen untersucht, die eine Umstellung in der Nahrungsmittelindustrie von tierischen Proteinen auf rein pflanzliche hätte; und zwar auf Umwelt, Technologie wie Gesellschaft. Jongen und seine Kollegen von der Uni Wageningen sind davon überzeugt, daß "Kunstfleisch" auf pflanzlicher Basis (Novel Protein Food) die beste Möglichkeit wäre, einen fortschreitenden globalen Ökokollaps zu stoppen. Denn laut ihren Schätzungen zeichnet der Bereich Nahrungsindustrie samt Nebengewerben für 50% der weltweiten Umweltzerstörung verantwortlich. Schon heute leben 1,3 Milliarden Rinder, die ein Drittel der globalen Getreideernte brauchen, deren Weideflächen wertvolle Habitate zerstören, deren Gülle das Grundwasser verschmutzt - und die vor allem im industrialisierten Westen aufgrund unhygienischer Massenhaltung Reservoirs immer neuer Seuchen darstellen. Nicht besser sieht es bei anderen "Nutztierarten" aus.

"Kunstfleisch" hätte den Vorteil, ohne Tierqual und Umweltzerstörung - und zudem weit wirtschaftlicher - produziert zu werden, etwa durch spezielle Verfahren, die Weizen, Soja oder Eiweiße des Fusarienpilzes ("Quorn") zu einer fleischähnlichen Konsistenz verdichten. Die Food Designer arbeiten bereits an Kreationen, die selbst hart gesottenen Fleischfreunden den Umstieg leicht machen sollen. Dabei handelt es sich nicht um Gentechnik, sondern um Kombinationen natürlicher pflanzlicher Proteine.

Eine weniger aufwendige Alternative stellt der biologisch-vegane Landbau dar, der ohne Tierhaltung, tierischen Dünger oder synthetischen Chemikalien (Bioziden etc.) arbeitet. Diese Form der Landwirtschaft ist Teil eines ethischen Umganges mit der Natur, der nicht auf Ausbeutung, sondern auf Integration beruht. Das Ökosystem als funktionierendes Ganzes steht im Zentrum nachhaltiger Landwirtschaft, nicht die Konkurrenzspirale, die nach immer mehr immer schneller verlangt. Wiederverwertbarkeit und Qualität sind die Marktkriterien; Biodiversität statt riesiger Monokulturen; kleine Einheiten statt Agrarmoloche.

Mag. Alexander Willer, CANIS: "Selbst die Niederlande, die immer als Negativbeispiel für Massentierhaltung herhalten, machen sich daran, neue Wege in der Nahrungsmittelgewinnung einzuschlagen. In Österreich wird auf Seuchen und Skandale mit Schönreden und kurzfristigen Alibimaßnahmen reagiert. Herr Bundesminister Molterer wäre gefordert, endlich mutige Maßnahmen in Richtung kontinuierlicher staatlicher Förderungen für bio-veganen Landbau oder andere Alternativprojekte zumindest anzudenken anstatt auf den Ausbau der Fleischindustrie zu setzen. Gerade am Tag der Konsumenten gilt ihm unser Appell."

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