Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik/Kärnten "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Pirandello und die FPÖ

Ausgabe vom 12.März 2001 Klagenfurt (OTS) - Pirandello und die FPÖ - Ohne Zweifel: Die Politik hat etwas Unberechenbares an sich. Wobei landläufig gemeinte Unberechenbarkeit dem Wählervolk entgegenschlägt. Allerdings: da und dort schlägt sie mitunter die Politik selbst k.o. Oder bringt sie zumindest für Sekunden außer Fassung. Wie lange sich wohl Jörg Haider seine Fassungslosigkeit erlaubte? In dem Moment, als sein Vize, sein jahrzehntelanger Weggefährte, sein Mitstreiter und allzeit einsatzbereiter Mitkämpfer Mathias Reichhold lapidar kundtat: Schluss mit der Politik? Ein Schlusstrich. Präszise. Punktum. Und basta. Kein Rückzug auf Raten. Kein langes, zähes Ränkespiel. Keine Schlammschlacht. Und dennoch unvermindert die Tatsache: Der nächste Angang im blauen Vertschüssungskarussell... Man ersetze den Namen Mathias Reichhold durch Michael Krüger. Hernach durch Elisabeth Sickl. Dann durch Michael Schmid ... und steht mitten im Trümmerfeld einer Regierungspartei, die nach Luft schnappt (bildlich) und um Persönlichkeiten ringt (real). Zumal es nicht unwahrscheinlich ist, dass auch Monika Forstinger bereits gegangen worden wäre, hätten nicht drei Kollegen-Abgänge en suite diese Möglichkeit ad absurdum geführt. Dass zeitgleich mit Reichhold der Amtsführende Landesschulart seinen verfrühten Abschied verkündete, ist peinliches Bewerk. Nicht mehr. Gerade so viel, um nüchtern auf Pirandello zu verweisen und der FPÖ in Abwandlung (sei personaggi in cerca di un autore) zuzuflüstern: Eine Partei auf der Suche nach ihren Personen ...

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