GEHRER: BILDUNG IST WICHTIGER BESTANDTEIL DER POLITIK - MIT NEUEM DENKEN NEUE HERAUSFORDERUNGEN BEWÄLTIGEN Bildungsministerin bei der Sondersitzung des Nationalrats

Wien, 12. März 2001 (ÖVP-PK) Bildung ist wichtiger Bestandteil der Politik und gilt, mit neuem Denken neue Herausforderungen zu bewältigen. Es ist richtig und wichtig, dass Bildung diskutiert wird und Bildungsangebote hinterfragt werden. Bildung stand bei der letzten Sitzung der EU-Bildungsminister im Zentrum der Diskussion, welche Akzente die EU setzen kann. Bildung wird auch ein wichtiger Punkt beim allgemeinen Rat in Stockholm sein. Aber man sollte alles vermeiden, was Schüler, Lehrer und Eltern verunsichert. Und man sollte auch das Budget richtig lesen. Wir haben 109 Milliarden Schilling für Bildung bereit. Das ist so viel wie an Zinsen für Schulden zu zahlen sind. Und wir wollen uns nicht weiter verschulden. Das erklärte Bildungsministerin Elisabeth Gehrer heute, Montag, im Rahmen ihrer Stellungnahme zum Thema der Sondersitzung im Nationalrat.****

"Die Regierung muss sparsam und vernünftig mit den Ressourcen umgehen und auch im Bildungsbereich den größtmöglichen Nutzen daraus schöpfen. Von der Grünen, die diese Sondersitzung heute beantragt haben, habe ich allerdings keinen Weg gehört, wie das zusätzliche Bildungsaufkommen bewältigt werden soll", kritisierte Gehrer und fügte hinzu, dass das Zahlenmaterial der Grünen tendenziös sei -"nicht ganz richtig und nicht ganz falsch. So kritisierten die Grünen, dass der Anteil der Bildung am Bruttoinlandsprodukt zurückgegangen sei. "Sie verschweigen aber, dass das gesamte Budget zurückgegangen ist, weil wir sparsamer und verantwortlicher mit dem Geld der Steuerzahler umgehen."

In der Folge nahm die Ministerin zu den einzelnen Anträgen der Grünen im Rahmen der heutigen Sondersitzung Stellung: die ersten drei Anträge beziehen sich dabei auf den Pflichtschullehrerbereich. "In Wien gibt es derzeit etwa 100.000 Schülerinnen und Schüler im Pflichtschulbereich, die auch in Zukunft von rund 10.000 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet werden. Dieses Verhältnis eins zu zehn ist europaweit Spitze!", betonte Gehrer. "Alle, die Verunsicherung weitertragen, haben große Verantwortung. Was sollen Eltern davon halten, wenn auf der Homepage einer Lehrerinitiative, die den Grünen nahesteht, seit Jänner ein Aufruf an alle Lehrer verschickt wird, Arbeiten zu verweigern? In diesem Aufruf wird der Verzicht auf Schulveranstaltungen wie Projektwochen, Exkursionen, Wettkämpfe ebenso empfohlen wie gezielte Krankmeldungen aufgrund akuter Kreislaufschwächen beim Anblick des Gehaltszettels. Dazu muss man wissen: Bundeslehrer verdienen zwischen 24.000 und 56.000 Schilling brutto ohne Zulagen. Für dieses Einkommen muss man sich in Österreich nicht schämen", sagte Gehrer. Ebenso werde auf dieser Homepage empfohlen, keine Elterninformationen zu geben, keine Elternsprechtage abzuhalten. "Das ist Verunsicherung. Und dafür sind jene verantwortlich, die ein solches Vorgeben zulassen, fördern und unterstützen."

WIR BILDEN DIE JUNGEN LEUTE AUS

Zum Antrag auf einen raschen Ausbau der IT-Arbeitsplätze verwies Ministerin Gehrer darauf, dass Österreich europaweit über die beste Ausstattung der Schule mit Computern verfüge. Die Anzahl von Absolventen von IT-Arbeitsplätzen werde sich im Schulbereich von 20.000 im Jahr 2000 auf 30.000 im Jahr 2003 um 50 Prozent steigern, bei den Fachhochschulen und Universitäten steigen die Absolventenzahlen von 850 im Jahr 2000 auf 4.200 im Jahr 2003, was eine Vervierfachung in nur drei Jahren bedeutet. Im Bereich der Lehrerfort- und Weiterbildung werden jährlich 33.000 Lehrerinnen und Lehrer im IT-Bereich geschult. "Wir bilden die jungen Leute aus", betonte die Ministerin.

"Wer in Österreich studieren möchte und die Befähigung dazu hat, kann auch studieren und bekommt jede finanzielle Unterstützung", unterstrich Gehrer in Bezug auf die entsprechenden Anträge bezüglich Studiengebühren und Studienbeihilfen. "Wir haben die Anzahl der Bezieher von Studienbeihilfen von 30.000 auf 45.000 ausgeweitet. Für Studienbeihilfen werden wir 2002 ein Budget von zwei Milliarden Schilling zur Verfügung haben."

Schließlich kam Ministerin Gehrer auf die Anträge zum Bereich der universitären Ausbildung zu sprechen. "Internationale Vergleiche zeigen, dass überall die Entwicklung zu einem modernen, flexiblen Dienstrecht, zu selbständigen Universitäten mit Globalbudgets geht. Es ist mir unverständlich, dass gerade die Grünen jungen Menschen die Chance nehmen wollen, wissenschaftlich zu arbeiten. Das ist keine Schau in die Zukunft. Wir wollen keine geschlossenen Universitätslehrerlaufbahnen, sehr wohl aber Dauerstellungen für Professoren, damit die besten Köpfe im Land sind. Wir wollen durchgängige Karrieren mit Qualitätsevaluierung ermöglichen. Das ist die Chance für junge Menschen, auch in die wissenschaftliche Laufbahn einsteigen zu können."

BILDUNGSOFFENSIVE FINDET STATT

Für den Forschungsbereich habe diese Bundesregierung als erste sieben Milliarden Schilling zur Verfügung gestellt. "Diese Bundesregierung hat sich als erstes Ziel die Budgetsanierung gesteckt. Jetzt kommen die wichtigen Reformen und Schwerpunktsetzungen. Mit dem Erlös dieser Mühen und Reformen wollen wir Schwerpunkte setzten. Einer davon ist das Kinderbetreuungsgeld, wo wir neun Milliarden Schilling mehr investieren. Zweiter Schwerpunkt ist die Bildung, wo wir acht Milliarden Schilling mehr einsetzen, dritter Schwerpunkt ist die Forschung, wo wir sieben Milliarden Schilling mehr zur Verfügung haben. Diese Bildungsoffensive findet statt - auch wenn Van der Bellen und die Grünen nichts davon bemerken wollen", schloss Gehrer.
(Schluss)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPK/ÖVP-PK