Airan Berg und Barrie Kosky ans Schauspielhaus

Wien, (OTS) Airan Berg und Barrie Kosky übernehmen die
Leitung des Wiener Schauspielhauses. Kulturstadtrat Peter Marboe präsentierte am Montag das neue Führungsduo des renommierten Theaters, das aus einer Ausschreibung mit 77 Bewerbern und
letztlich einem Dreiervorschlag hervorging. Airan Berg ist mit dem "Theater ohne Grenzen" als einer der profilierten Theatermacher
der jungen Szene in Wien bekannt, Barrie Kosky hat eine steile Karriere in seiner Heimat Australien hinter sich , wo er an der Sidney Opera inszenierte und das Adelaide Theaterfestival leitete. Berg und Kosky übernehmen das Schauspielhaus vertragsgemäß zunächst für drei Jahre, eine Verlängerung um weitere drei Jahre ist möglich.

Kulturstadtrat Marboe wies bei der Pressepräsentation am Montag auf die transparente Form der Ausschreibung hin, die schließlich zur Findung des Dreiervorschlages durch eine
kompetente Jury geführt habe. Er dankte in diesem Zusammenhang
Hans Gratzer, der konstruktiv in der Jury mitgewirkt habe wie auch den anderen Jurymitgliedern . Die Wahl sei mit Berg und Kosky auf Theatermacher gefallen, die dem Experiment im weitesten Sinn und
der Internationalität verpflichtet seien.

Als Basis ihrer Theaterarbeit sieht das neue Führungsduo, das das Schauspielhaus ab herbst 2001 bespielt, die "Einladung zum Dialog" zwischen Autoren, Theatermachern und Publikum. Man wolle inhaltlich und ästhetisch neue Wege gehen und das Schauspielhaus
zu einem internationalen Theatertreffpunkt machen. Dazu beitragen sollen auch ein "Writer in residence"-Programm sowie eine "Curtain up"-Woche" mit internationaler Beteiligung. Die Finanzierung des Schauspielhauses durch die Stadt Wien beträgt 16 Millionen Schilling jährlich auf Basis eines Dreijahresvertrages.****

Die Biographien

o Barrie Kosky

Barrie Kosky wurde 1967 in Melbourne geboren. Er studierte Musik, Musikgeschichte und Theater an der Melbourne University.

Barrie Kosky wird weithin als einer der einflussreichsten und kontroversiellsten Theaterregisseure Australiens angesehen. Seine Arbeit umfasst die Bereiche Sprechtheater, Oper, zeitgenössisches Musiktheater, Festivals, und neue Medien.

Er inszenierte für die wichtigsten Theater- und Opernhäuser Australiens, u.a. King Lear, Goethes Faust Teil I & II, und Stawinskys Ödipus Rex.

Für die Sydney Theater Company inszenierte er Tartuffe, Morning Becomes Electra, and Senecas Oedipus, und am Sydney Opera House Wozzeck, Der fliegende Holländer, Nabucco, und Der Golem.

Von 1990 bis 1997 war er künstlerischer Leiter von Gilgul Theater, für das er fünf neue Produktionen, Der Dybbuk, Es brennt..., Levad, The Wilderness Room, und The Operated Jew, entwickelt und inszeniert hat.

1996 im Alter von 26 Jahren wurde er künstlerischer Leiter
des Adelaide Festivals, das alle zwei Jahre veranstaltet wird und das größte Festival der südlichen Hemisphäre sowie das größte Multi Arts Festival auf der Welt nach Edinburgh ist.

Über 30 Jahre präsentierte das Adelaide Festival einem australischen Publikum eine Auswahl der besten Theater- und Tanzproduktionen, Musik und bildende Kunst, darunter KünstlerInnen und Gruppen wie Peter Brook, Pina Bausch, The Frankfurt Ballett,
The Wooster Group, the Ensemble Modern, Pierre Boulez and the Ensemble Intercontemporain, das Maly Theater St. Petersburg,
Kronos Quartett, Jan Fabre, Meg Stuart, und Sankai Juko.

Der künstlerische Leiter des Adelaide Festivals 2002 ist der amerikanische Regisseur Peter Sellars, der Barrie Kosky eingeladen hat, eine Uraufführung für das Festival zu entwickeln.

Das Adelaide Festival ist einzigartig, indem die
künstlerische Leitung jeweils nur für ein Festival bestimmt wird. Barrie Koskys Festival 1996 wurde international als eines der interessantesten und besten in der Geschichte dieses
prestigereichen Festivals angesehen. Bei einem Budget von 106.000.000 wurden mehr als 18.000 Karten für 500 Vorstellungen in zweieinhalbe Monaten verkauft.

2001 wird Barrie Kosky eine neue Produktion an der Komischen Oper Berlin inszenieren und entwickelt gerade mit der
australischen Rocklegende Nick Cave eine Tanztheaterproduktion.

o Airan Berg

Airan Berg wurde 1961 in Tel Aviv geboren und übersiedelte
mit seiner Familie 1972 nach Wien. Nach Abschluss der American International School in Wien finanzierte Airan Berg als Systemprogrammierer bei einem großen Computerhersteller sein Studium an der Brown University in Providence, USA, das er 1984
mit dem Bachelor of Arts in Theater Arts abschloss. Erste professionelle Theatererfahrungen sammelte er in New York am Broadway als Assistent von Harold Prince. Wieder in Österreich arbeitete er bei den Salzburger Festspielen und ab 1986 am Burgtheater als Regieassistent und Co-Regisseur, u.a. mit Claus Peymann und Peter Zadek. Nach ersten eigenen Inszenierungen am Burgtheater ging er 1990 für ein Jahr als Hausregisseur an das Schillertheater in Berlin.

Das Interesse für andere Theaterformen führten ihn zu einem längeren Studienaufenthalt nach Indonesien, wo er sich mit Maskentanz und Schattentheater auseinander setzte. Weitere Reisestationen waren Singapore, Australien, Neuseeland und die Vereinigten Staaten, wo er jeweils wichtige Kontakte zu TheatermacherInnen knüpfte. Nach einem weiteren Jahr Theaterarbeit in Berlin gründete er in Wien gemeinsam mit Martina Winkel das Theater ohne Grenzen (ToG) und das internationale Figurentheaterfestival für Erwachsene Die Macht des Staunens.

ToG, das sich als visuelles Theater mit seinen cross-media Produktionen zwischen den dramaturgischen Polen formal-ästhetischer Untersuchungen und sozialkritischer Projekte bewegt, etablierte sich international nicht nur durch Gastspiele und Teilnahme an renommierten Festivals in Australien, Asien, Afrika
und Europa, sondern auch durch grenzüberschreitende
Koproduktionen.

Im Bereich Kunstsponsoring konnte Airan Berg mehrere Partner sowohl für die ToG als auch für das Festival gewinnen, wobei die Etablierung längerfristiger Kooperationen wie die kontinuierliche Zusammenarbeit mit weber, hodel, schmid, werbeagentur ein
zentraler Punkt eines Konzepts des kreativen Dialogs nicht nur mit künstlerischen Partnern ist.

Als Theatermacher und Festivalleiter stellt Airan Berg Dialog und Austausch in das Zentrum seiner Arbeit und begreift sich als kommunikativer und künstlerischer Katalysator. (Schluss) gab/bs/rr

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